CD-Review: Magister Templi - Into Duat

Besetzung

Abraxas d'Ruckus – Gesang
Baphomet – Gitarre
Patriark –Gitarre
Akoman – Bass
Grimdun – Schlagzeug

Tracklist

01. Creation
02. The Lord Of The Morning
03. Osiris
04. Horus The Avenger
05. Anubis
06. Sobek
07. Slaying Apophis
08. Destruction


Die Norweger MAGISTER TEMPLI haben schon einen gewissen Weg hinter sich: Gestartet als folkige Hard-Rock-Truppe ohne Gitarre, landeten sie mit ihrem Debütalbum „Lucifer Leviathan Logos“, das 2013 beim Traditionslabel Cruz del Sur veröffentlicht wurde, beim Doom Metal. Nun, 2015, steht mit „Into Duat“ der Zweitling an – und die Band zeigt uns, dass sie auch diesen Stil schnell verlassen hat.

Denn auf „Into Duat“ geht es deutlich stärker in Richtung klassischem Heavy Metal: verzerrte Gitarren, Retro-Produktion und ein charakteristischer hoher Gesang. Ein gewisser Doom-Einfluss ist der Musik immer noch nicht abzusprechen, aber sie bewegt sich nun überwiegend in höherem Tempobereich. Das erinnert streckenweise an Manilla Road und ähnliche Epic-Metal-Kapellen der 80er Jahre. Das ist freilich kein Problem, liegen doch Epic und Doom Metal gar nicht so weit auseinander, wie die ehemaligen Labelkollegen While Heaven Wept immer wieder beweisen.

Konzeptuell haben MAGISTER TEMPLI sich auf „Into Duat“ mit der ägyptischen Götterwelt auseinandergesetzt. Die acht Songs widmen sich im Mittelteil sechs verschiedenen Gottheiten, wohingegen der Opener und das Outro programmatisch als „Creation“ und „Destruction“ betitelt sind. Bei den mittleren Songs versuchen die Norweger, die Persönlichkeit der Götter zu besingen und in der musikalischen Gestaltung widerzuspiegeln. Das resultiert in ungemein atmosphärischen Songs, wie das getragene „Anubis“, das schnelle „Slaying Apophis“ oder das besonders hervorzuhebende instrumentale „Destruction“, das eine wunderbare Stimmung verbreitet.

Leider aber fehlt „Into Duat“ etwas ganz Wichtiges. MAGISTER TEMPLI ist es bei allem Flaire, geschlossenem Klangbild und Old-School-Atmosphäre nicht gelungen, einige wirklich herausragende Songs auf „Into Duat“ zu platzieren. Zwar haben Lieder wie „Osiris“ gelungene Refrains, am Ende bleibt aber doch zu wenig von den einzelnen Liedern hängen. Das Album entfaltet damit einen schlüssigen Gesamteindruck und hört sich in einem Rutsch sehr angenehm herunter, es enthält aber in einem engeren Sinne keine Hits. Das wird manche Fans dieser Musik nicht weiter stören, ist aber auf dem Weg zu einem breiteren Publikum problematisch. Zwar zielen MAGISTER TEMPLI vermutlich auf ein solches gar nicht ab. Aber geschadet hätten ein, zwei richtig fette Nummern der Scheibe sicher auch nicht.

Bewertung: 6 / 10

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