CD-Review: Mars Red Sky - Apex III (Praise For The Burning Soul)

Besetzung

Julien Pras - Gesang, Gitarre
Jimmy Kinast - Bass, Gesang
Matgaz - Schlagzeug

Tracklist

01. (Alien Grounds)
02. Apex III
03. The Whinery
04. Mindreader
05. Under The Hood
06. Friendly Fire
07. Prodigal Sun
08. Shot In Providence


MARS RED SKY begeben sich, passend zu ihrem Namen, auf die nächste intergalaktische Reise. Angereichert mit psychedelischem Stoner Rock soll das dritte Studioalbum „Apex III (Praise For The Burning Soul)“ den Hörer auf einen Trip durch Raum und Zeit mitnehmen, den die Band aus Bordeaux in acht neue Songs gegossen hat. Inwiefern wird das gebotene Material diesem erdfern-wirkenden Spektakel also gerecht?

Der Einstieg gelingt mit „(Alien Grounds)“ schleppend und verspielt zugleich, auf Gesang verzichtet man noch und setzt auf ganz eigene psychedelische Strukturen, die vorrangig durch Gitarren und Klavier geprägt werden und erst ab der Hälfte ein prägnantes Schlagzeug integrieren. Der Übergang in das zweite Stück, den Titelsong „Apex III“, gelingt nahezu fließend. Insgesamt wird die Musik ab diesem Zeitpunkt deutlich rauer und erdiger, was dem zugrundeliegenden Stoner-Rock-Konstrukt zuzurechnen ist. Richtig interessant wird das gebotene Material allerdings mit Einsetzen des Gesangs von Frontmann/Gitarrist Julien Pras. Sehr verhalten agieren die Vocals fast schon im Hintergrund, mit viel Hall hinterlegt entfaltet sich so eine verträumte Atmosphäre, die eine Aufnahmesession in den Weiten des Weltalls nahelegt. Immer wieder nimmt die Band das Tempo deutlich heraus, setzt auf vom Piano getragene Passagen, bevor die Gitarre in staubtrockener Manier ihre Riffs und Melodiebögen erneut zum Besten gibt. Unter all diesen Faktoren knarzt ein präsenter Bass, getrimmt wie ein miesepetriges Uhrwerk, das seinen Dienst auf eine unliebsame Art immer noch tut und doch intensive Momente beschert. Das mag negativ klingen, ist oftmals anstrengend, versetzt die acht Songs aber mit erhöhter Intensität und unterstreicht die rotzige Attitüde gekonnt. Einen Mangel, der deutlich zu Tage tritt, hat dieses Release aber dennoch: Die Produktion erscheint, bei allen guten Ansätzen und schönen Momenten, sehr unausgegoren und scheitert am Erschaffen eines kantigen Erscheinungsbilds. Gerade durch diesen Kritikpunkt entstehen einige, fast unüberwindbare Längen und lassen die Konzentration als Hörer vom musikalischen Output deutlich abschweifen.

Das französische Trio MARS RED SKY hegt einen scheinbar gut durchdachten Plan, der auf die Mixtur aus Stoner Rock mit psychedelischen Elementen setzt und einige zum Träumen einladende Sequenzen generiert. Was aber ein wenig im Widerspruch steht, ist die räudige Schlagseite auf der einen und die Möglichkeit von prächtig-ausladenden Elementen auf der anderen Seite. Wer Musik mit vielen Ecken und Kanten mag, der sollte sein Glück mit „Apex III (Praise For The Burning Soul)“ versuchen. Insgesamt ist das Material aber sehr anstrengend und der Gesamteindruck wird dadurch deutlich beeinflusst.

Bewertung: 6 / 10

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