Review Marys Creek – Some Kind Of Hate

  • Label: MTM
  • Veröffentlicht: 2007
  • Spielart: Hard Rock

Die Schweden von MARYS CREEK legen mit „Some Kind Of Hate“ ihr Debütalbum vor und in ihrer Heimat konnten sie bereits mit ihren Demos kräftig positive Reaktionen ziehen. Die heimische Presse ging sogar soweit, die Newcomer mit Bands wie Whitesnake und Van Halen zu vergleichen, was aber etwas zu hoch gegriffen ist und zu hohe Erwartungen schüren dürfte. Da sie aber unter anderem auch schon Uriah Heep supportet haben, genießen die jungen Nordmänner bereits gewissen Sonderstatus in ihrer Heimat.

„Some Kind Of Hate“ ist aber durchaus eine sehr hörbare Melodic / Hard Rock Scheibe, die die Stärken der großen Vorbilder aus den 80er Jahren ins 21. Jahrhundert bringt. Die Gitarren stehen durchgehend im Vordergrund, mit dem allzu weichlichen „Hard Rock“, der in der heutigen Zeit noch allzu oft praktiziert wird, haben MARYS CREEK glücklicherweise nichts zu tun. Melodische, treibende Riffs und eine Hookline nach der nächsten bestimmen das Bild. Mal ist es etwas metallischer („There Is No God“, „Some Kind Of Hate“), mal etwas poppiger („She“), im Grunde aber sind alle zwölf Lieder nach demselben Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-etc.-Muster gestrickt, so dass man zu keiner Stelle eine Überraschung erwarten darf. Die Refrains sind durchgehend hochmelodisch und eingängig, teilweise versuchen sie sich schon penetrant festzusetzen. Geht also alles wunderbar ins Ohr und durch die vereinzelt modernen Einschübe kann man MARYS CREEK auch nicht als bloße Kopie der Hard Rock-Helden der alten Schule abtun. Allzu fröhlich ist die Gesamtstimmung trotz der Melodik auch nicht, durch ab und an düstere Soli und Melodien entsteht eine oft recht schwermütige Stimmung, was dem ganzen nur gut tut.

Im Endeffekt ist „Some Kind Of Hate“ sehr solide, mehr nicht. Der Sänger hat eine angenehme Stimme, die Produktion von Fredrik Nordstrom (Dream Evil, In Flames…) ist druckvoll und verleiht dem Sound Kraft. Das sind zwei weitere Pluspunkte. Ein Werk für die Ewigkeit aber wurde hier beileibe nicht geschaffen. MARYS CREEK schufen ein gutes Debüt, welchem man aber trotzdem keine überragende Hitchance einräumen kann. Überraschungen oder der Mut zu etwas mehr eigener Identität sind eben nicht vorhanden. Extra einen Song ansprechen macht auch wenig Sinn, da man nie aus seinem selbst auferlegten Schema ausbricht und so die Gleichförmigkeit zum Schluss hin Überhand nimmt.

Wertung: 6.5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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