CD-Review: Massiv in Mensch - Nordsjön (EP)

Besetzung

Daniel Logemann - Gesang, Keyboard, Sampling
Tomas Appelhoff - Gesang
Jonathan Millat - Gitarre
Marwin Voß - Bass
Muck Kemmereit - Schlagzeug
Thomas Rauchenecker - Keyboard

Gastmusiker:
Rana Arborea - Gesang (Track 2 & 3)
Honey - Gesang (Track 3)

Tracklist

01. Rotto Nave (Club-Mix)
02. Oceana II (Club-Mix)
03. Monkey Islands (12' Mashup-Mix)
04. Van Weyden (Sprechfunk-Mix)
05. Pastis
06. Schwarz oder weiss?
07. Sturm (Radio Edit)
08. Hamburg (Radio-Format von Kontrast)


Im letzten Jahr lieferten MASSIV IN MENSCH mit „Am Port der guten Hoffnung“ ein über zweistündiges Werk mit den Kernthemen Windenergie, Wasser und Seefahrt ab. Eher durchwachsen präsentierte sich der Longplayer wegen der überbordenden und sich teilweise wiederholenden Inhalte. Mit der neuen EP „Nordsjön“ besinnen sich die Friesen auf acht Songs, die als clubtaugliches Extrakt der letzten Platte verstanden werden wollen. Die Überführung in club- und radiotaugliche Formate läuft aber Gefahr, schnell zu einer lauen Aufwärmung bereits vorhandenen Materials zu verkommen.

Zumindest der Opener „Rotto Nave (Club-Mix)“ kann dies zum Einstieg umschiffen. Pumpende EBM-Bässe und  treibende Melodien plus einige Industrial-Elemente machen den instrumentalen Titel zu einer schweißtreibend-tanzbaren Nummer. Ein erstes negatives Kriterium ist der Gesang von Gastmusikerin Rana Arborea: Zu pathetisch, zu erzwungen opernhaft präsentiert sich dieser in „Oceana II (Club-Mix)“. Dies gelingt im 12′-Mashup-Mix von „Monkey Islands“ bereits deutlich besser, der mit seiner Hommage an die 80er-Jahre durchaus einige interessante Akzente setzt. Die Einwürfe des namensgebenden Adventure-Spiels und des Charakters Guybrush Threepwood hätten gerne noch intensiver genutzt werden können.

Der Sprechfunk-Mix von „Van Weyden“ ist dagegen ein klassischer Club-Stampfer mit typisch-männlichem EBM-Gesang. Die beiden für diese EP neu aufgenommenen Titel „Pastis“ und „Schwarz oder weiss?“ reihen sich hinter diesen Remix gekonnt ein und befeuern so die Tanzbarkeit des vorliegenden Materials. Gerade „Pastis“ beweist, dass die instrumentalen Titel weitaus besser funktionieren als jene mit Gesang. Dies liegt vor allem an ihren einprägsamen Melodien, die zu gefallen wissen. Die jeweiligen Radio-Versionen von „Sturm“ und „Hamburg“ wirken dagegen fast wie beliebiges Stückwerk, brechen sie doch mit dem Stil der vorherigen Titel.

MASSIV IN MENSCH haben gut daran getan, das Konzept von „Am Port der guten Hoffnung“ noch einmal zu überdenken und dessen beste Songs mit neuen Versionen und passenden Neuaufnahmen auf einer acht Songs starken EP zu bündeln. Vor allem die tanzbaren Club-Versionen passen weitaus besser zum Konzept der Norddeutschen und werden daher auch sicherlich in angesagten Szene-Clubs ihrer Bestimmung zugeführt. Freunde von härterem EBM und Industrial ist es zu empfehlen, „Nordsjön“ mindestens ein Ohr zu leihen.

Keine Wertung

Geschrieben am

3 Kommentare zu “Massiv in Mensch – Nordsjön (EP)”

  1. Argus

    Da merkt man mal, das der Rezensent wenig bis gar keine Ahnung vom Gesang hat. Schon mal was von verschiedenen Gesangstechniken gehoert, die nur wenige Sänger professionell beherrschen!? Unter anderem schafft das Rana Arborea ohne Problem! Opernhaft? Ja, mal drüber nachgedacht, das klassischer Gesang das so an sich hat? Aber das ein „Metal-Magazin“ elektronische Musik und weiblichen Gesang schlecht redet ist ja leider nichts neues🙄. Stellt Euch selber mal dahin und ruft diese verschiedenen Techniken ab, oder befasst Euch mehr damit! Danke!😉

  2. Moritz Grütz

    Sorry, aber ich kann deine Kritik nicht ansatzweise nachvollziehen: Wo wird denn hier die Musik schlecht geredet? Mehrfach ist von tanzbar gesprochen. Der Gesang wird sehr anschaulich beschrieben – der Rest ist vermutlich Geschmackssache? ;)

  3. Christian Denner Post Author

    Danke für deinen Kommentar. Keine Ahnung möchte ich vorab zurückweisen, da ich viele Jahre fast ausschließlich Musik aus dem Bereich Industrial, EBM usw. gehört habe. Natürlich gibt es verschiedene Gesangstechniken, das steht ja außer Frage. Ich bin mir auch sicher, dass Rana Arborea ihren Job in der Hinsicht beherrscht. Meine Kritik bezieht sich lediglich auf den hier vorliegenden Song „Oceana II“, in dessen Rahmen ihre Stimme eben nicht passend erscheint. In der Folge erwähne ich sogar, dass es im nächsten Titel weitaus besser funktioniert. Ich kann daher deine Kritik leider nur bedingt verstehen. Insgesamt ist es eben im Fall dieser EP so, dass die instrumentalen Anteile besser funktionieren. Für ein Privatkonzert meiner (bescheidenen) Gesangskünste stehe ich gerne zur Verfügung ;)

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: