CD-Review: Me And That Man - Songs Of Love And Death

Besetzung

John Porter – Gesang, Gitarre
Adam „Nergal“ Darski – Gitarre

Tracklist

01.My Church Is Black
02.Nightride
03. On The Road
04.Cross My Heart And Hope To Die
05. Better The Devil I Know
06. Of Sirens, Vampires And Lovers
07. Magdalene
08. Love & Death
09. One Day
10. Shaman Blues
11. Voodoo Queen
12. Get Outta This Place
13. Ain’t Much Loving
14. Lies
15. Submission


(Outlaw- / Bluegrass-Country) Im extremen Metal gehört Adam Michał Darski, besser bekannt unter seinem Pseudonym Nergal, mit seiner Band Behemoth zu den ganz Großen. Als Country-Gitarrist ist der Pole hingegen ein noch gänzlich unbeschriebenes Blatt. Gemeinsam mit seinem in Wales geborenen Wahl-Landsmann, dem in diesem Genre heimischen John Porter, macht Nergal sich nun daran, genau das zu ändern: Mit „Songs Of Love And Death“ erscheint dieser Tage das Debüt-Album des unter dem Namen ME AND THAT MAN firmierenden Duos.

Was dabei logischerweise nicht passiert, ist, dass ME AND THAT MAN das Genre revolutionieren. Dass sie es auch gar nicht erst versuchen, ist nicht Fluch, sondern Segen. So ist „Songs Of Love And Death“ kein Versuch, (Black) Metal mit Country zu kombinieren oder etwas gänzlich Neues zu schaffen. Vielmehr versteckt sich hinter dem entsprechend klischeehaft genre-typischen Titel ein Album, das in einer guten Dreiviertelstunde dem Faible der beiden beteiligten Musiker für das Genre Ausdruck verleiht. Das jedoch mit viel Liebe und Leidenschaft: Mit frischem Elan, aber dem nötigen Respekt vor den Genre-Gepflogenheiten liefern Porter und Nergal 13 Songs ab, die guten Gewissens als authentisch bezeichnet werden können. Stilistisch bewegen sich ME AND THAT MAN dabei gewandt zwischen räudigem Outlaw-Country mit dreckigen Overdrive-Gitarren und rauchiger Stimme und groovigem Bluegrass-Country.

Musikalisch ist „Songs Of Love And Death“ freilich keine Offenbarung – die Ideen sind sehr simpel gehalten und dürften einen echten Cowboy, der schon jedem Saloon im Wilden Westen einen Besuch abgestattet hat, nicht aus den Stiefeln hauen. Die Dynamik, die den Songs unbestreitbar innewohnt, resultiert vielmehr vornehmlich aus dem lebendigen Sound, der stimmigen Instrumentierung und der unüberhörbaren Lässigkeit der Beteiligten, die auch gar nicht zu verbergen versuchen, wem sie mit dem Album Tribut zollen. Mag John Porter stimmlich vielleicht nicht ganz vom Format eines Cash, Cave oder Cohen sein – der prägende Einfluss dieser Legenden auf seinen im Kontext der Musik nichtsdestoweniger absolut stimmigen Gesang ist jedoch nicht zu überhören.

Alles in allem gelingt es ME AND THAT MAN, mit ihrem Debüt ein mehr als hörenswertes Album vorzulegen: Authentisch und doch unverbraucht, abwechslungsreich und doch eingängig, macht „Songs Of Love And Death“ schlichtweg von vorne bis hinten Freude – und Lust auf mehr. Bleibt nur abzuwarten, ob ME AND THAT MAN es schaffen, sich von dem Label „Das Country-Nebenprojekt des Behemoth-Fronters“ zu befreien und sich auch unter Country-Liebhabern eine eigene Fanbase zu erarbeiten. Es wäre ihnen zu wünschen – denn mit der ständigen Reduzierung der Band auf die Prominenz von Gitarrist Nergal wird man dem Duo absolut nicht gerecht. Und auch den beinharten Behemoth-Fans tut man damit keinen Gefallen – hört man „Songs Of Love And Death“ die Verwandschaft zwischen ME AND THAT MAN und den satanischen Black-Deathern doch nicht im Geringsten an.

Bewertung: 8.5 / 10

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2 Kommentare zu “Me And That Man – Songs Of Love And Death”

    1. Moritz Grütz Post Author

      Richtig, er lebt aber schon sehr lange in Polen. Ich dachte, das kann man so durchgehen lassen. ;) der besseren verständlichkeit halber habe ich den entsprechenden Satz aber nochmal abgeändert ;)

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