CD-Review: Moonfrost - Starfall

Besetzung

.ven - Gesang
Ark - Gitarre, Bass, Keyboard
Thorn - Schlagzeug

Tracklist

01. Starfall
02. Chaos Within
03. Torrent Of Hatred
04. Unveiling The Dark
05. Ignorance
06. Cleanse
07. Cosmic Winter


Wie stellt man sich den Spiegel einer zerstörten Welt und ihrer verfallenen Gesellschaft vor? Darüber macht man sich im Allgemeinen wohl nicht täglich Gedanken, bei den Schweizern MOONFROST sieht das schon anders aus. Die Band, nicht zu verwechseln mit den Namensbrüdern in Polen und Finnland, hat nach zwei Demos Anfang des Jahrtausends anno 2007 ihre erste Full-Length-Veröffentlichung zu Stande gebracht, welche aber mit mageren 4 Songs und keiner halben Stunde Spielzeit ins Ziel taumelte.

Mit „Starfall“ wagt man sich nach fünf Jahren wieder aus den Bergen heraus und teilt der Welt nun mit, wie schlecht sie doch seit dem geworden ist. Erfreulich dabei: die Musiker verzichten auf pseudocoole Gesichtsmalerei, unerfreulich aber ist der abgedroschene Schriftzug, der die Richtung ziemlich genau vorgibt. Traditioneller Black Metal, hauptsächlich im unteren – schließlich sind es Schweizer – Midtempobereich angesiedelt. Hier und da gibt es einige Keyboardeinsprengsel, die den Freunden der früheren Schwarzmetalltage möglicherweise einige Zornesfalten mehr auf die Stirn treiben. Der Sound ist vergleichsweise transparent, auch wenn immer noch gehörig gerumpelt werden darf. Die Vocals von .ven kommen insgesamt sehr heiser daher, hier und da wird auch gesprochen/geflüstert, was dem Ganzen aber nicht wirklich die nötige Abwechslung verschafft.

Die Songs sind, wie auf dem Labeldebüt schon, in epischer Länge gehalten und versuchen so, eine gewisse Atmosphäre zu generieren. Dies gelingt schon nicht ganz schlecht, jedenfalls kann MOONFROST hier – im Gegensatz zum insgesamt wenig einfallsreichen Songwriting – einige Punkte einfahren. Unter dem Strich erinnert mich die Musik an Bands wie Bloodthorn, die den ursrünglichen Black Metal um Keyboads erweiterten, aber den Ahnen weitgehend treu blieben. Ob es so etwas im Jahr 2012 noch immer braucht, ist ungeachtet der selbstverständlich brandaktuellen und brisanten lyrischen Thematik trotzdem fraglich.

Handwerklich ist das Niveau der Spielart entsprechend bescheiden, atmosphärisch ist es schon, den Songs entströmt allerdings zu wenig Spannung. Traditionalisten und Alleskäufer können die Geldbörse schon mal zücken, alle anderen tun nicht schlecht daran, zumindest erstmal probezuhören. In einem Genre, welches wenig Innovation zulässt, sicher kein Highlight, aber auch nicht der Rohrkrepierer, den man bei Überzeugungstätern immer befürchten muss.

Bewertung: 5 / 10

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