CD-Review: Morbid Angel - Altars Of Madness

Besetzung

David Vincent - Gesang, Bass
Trey Azagthoth - Gitarre
Richard Brunelle - Gitarre
Pete Sandoval - Schlagzeug

Tracklist

01. Immortal Rites
02. Suffocation
03. Visions From The Dark Side
04. Maze Of Torment
05. Lord Of All Fevers And Plague
06. Chapel Of Ghouls
07. Bleed For The Devil
08. Damnation
09. Blasphemy
10. Evil Spells


MORBID ANGEL – eine Band mit dem gewissen Etwas. Durch ihre Alben erlangten sie absoluten Kultstatus und auch unter anderen Musikern werden sie geachtet. Angeführt und gegründet von einem Gitarrenvirtuosen, der sich Trey Azagthoth nennt, erblickte die Band anno 1984 das Licht der Welt und sicherte sich einen Platz neben Death Metal-Legenden wie Death oder Obituary. Schon 1987 wollte man das erste Album „Abominations Of Desolation“ auf dem Markt schmeißen, aber Trey gefiel das Resultat noch nicht. So wurde dann ein neues Album eingeholzt, welches für Furore sorgen sollte und noch heute auf jeden guten Metal Altar gehört: „Altars Of Madness“!

Sicher fragten sich die vier Mannen aus Florida, was man für einen genialen Death Metal-Cocktail benötigt. Die Antwort sollte Brutalität, eingängige Riffs, kranke Soli und vernichtendes Drumgewitter lauten. Dank Pete Sandoval, der schon zuvor mit Richard Brunelle bei Terrorizer den Klassiker World Downfall einprügelte, hat der geneigte Zuhörer nie wirklich eine Pause denn nur in den seltensten Fällen kommt es zu wirklich langsamen Passagen. Das schließt aber zum Glück nicht aus, dass es dennoch groovt. Ein paar okkultistische Lyrics dazu, was damals nun mal so „in“ war, und noch eben mal im Morrisound Studio vorbeigeschaut, tata, schon erhält der kranke Engel seine Flügel – und Flügel musste dieses Album gehabt haben, denn wie im Sturm eroberte es erst die USA und im Nu Europa. Die legendäre „Grindcrusher Tour“ mit MORBID ANGEL, Bolt Thrower, Napalm Death und Carcass 1989 sollte dies beweisen. Aber kommen wir doch auch mal auf das Musikalische zu sprechen…
Da Death Metal zu dieser Zeit eigentlich noch eher in den Kinderschuhen steckte, vermischte sich das Ganze mit Black und Thrash Metal, aber dennoch klang der Sound ungewöhnlich. Sicher holte man sich Inspiration bei Bands wie Slayer oder Death, aber dennoch klangen (und klingen immernoch) MORBID ANGEL äußerst eigenständig. Die durch Effekte geprägten und atonalen Soli eines Azagthoth’s spielen da eine ganz große Rolle, denn obwohl sie äußerst krank rüberkommen unterstützen sie die Songs und passen perfekt zur Struktur. Und wenn es dann mal etwas grooviger, nicht ruhiger, wird zeigt man eine weitere Vorliebe: hymnenhafte Riffs die mit der richtigen Begleitung von Gesang und Schlagzeug zu absoluten Brechern werden. Selbst die okkultistischen Texte unterschieden sich von den gewöhnlichen „god is a lie“- und „lucifer rising“-Lyrics, da es sich dabei nicht nur um die Verunglimpfung von Gott drehte, sondern auch mal um die sumerische Mythologie. Der Überbringer dieser Botschaften war dann David Vincent, bei dem sich viele Sänger heute noch etwas abgucken können: brutal klingen aber dennoch deutlich klar verstehbar. Da macht das Hören gleich doppelt viel Spaß, wenn man den Text auch ohne Booklet versteht.
Einen Anspieltipp kann man nicht wirklich geben, denn die gesamte Scheibe ist durchgehend genial. Kein Aussetzer und kein Lückenfüller – gäbe es doch heute noch Bands mit solch einem Kaliber…

„Altars Of Madness“ begeisterte damals schon die Massen, obwohl man solch eine Brutalität zuvor nicht kannte, daher kann ich dieses Album allen Genre-Fremden und Neueinsteigern nur empfehlen, da es einfach einen gewissen Spirit verkörpert, der nur schwer zu beschreiben ist. Also, rauskramen, kaufen oder meinetwegen ausleihen – diese Platte muss man gehört haben, oder besser gesagt, gefühlt. NOW IMMORTAL!

Bewertung: 10 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: