CD-Review: Morbid Angel - Gateways To Annihilation

Besetzung

Trey Azagthoth - Gitarre, Gesang
Steve Tucker - Bass, Gesang
Erik Rutan - Gitarre, Keyboard
Pete Sandoval - Schlagzeug

Tracklist

01. Kawazu
02. Summoning Redemption
03. Ageless, Still I Am
04. He Who Sleeps
05. To The Victor The Spoils
06. At One With Nothing
07. Opening Of The Gates
08. Secured Limitations
09. Awakening
10. I
11. God Of The Forsaken


Viele sagen, die Zeit von Morbid Angel wäre aufgrund ihres Schrittes in eine kommerziellere Richtung mit den letzten Alben „Formulas Fatal To The Flesh “ und dem hier reviewten „Gateaways to Annihilation“ vorbei. Morbid Angel hatten in der Vergangenheit viel zu kämpfen, mit Austritten von David Vincent, Erik Rutan und dem bestrittenen Einstieg von Steve Tucker als Bassisten und Sänger. Kann die Band an alte Erfolg wie „Altars of Madness“ anknüpfen?

Mit dem düsteren Gemurmel des Intro´s „Kawazu“ kündigt sich das Meisterstück „Summoning Redemption“ an. Das 7-minütige Double Bass-Maschinengewehrfeuer, angehaucht mit harten, tiefen Gitarrenriffs und den typischen Morbid Angel-Lyrics, gehört zu den Top 3-Songs dieses Albums. Das Gitarrensolo ist eine Klasse für sich. Weiter geht’s mit „Ageless still I am“, dass wieder mit harten aber auch langsamen Riffs überzeugen kann. Pete Sandoval haut auch hier wieder kräftig in die Double Bass. „He Who Sleeps“ hat zwar die selben blasphemischen Texte wie jeder Song auf diesem Album, aber der Gesang hört sich hier eine Klasse besser an. Mit „To The Victor The Spoils“ , dem 5. Song, gibt es von Anfang gleich voll auf die Zwölf. Das Schlagzeug hört sich an wie ein Maschinengewehr, der Gitarrenpart passt sich mit einem mittelschnellen Riff an. Kommen wir zu meinem Favoriten „At One With Nothing“ , welcher alle Stärken von Morbid Angel vereint, ohne irgendeine Schwäche zu zeigen. Das Ganze wirkt etwas chaotisch, doch wenn man sich das Lied öfters anhört, findet man einen gewissen Rhythmus.

Nach diesem Song kommt „Opening At The Gates“, bei dem sich Gitarre, Bass und Schlagzeug gegenseitig hochpushen zum Death-Growl-Höhepunkt. Solche Momente gibt es in diesem Song des öfteren, weshalb er zu meinen Favoriten zählt. Bei „Secured Limitations“ singen Trey und Steve zusammen, was in meinen Ohren gewöhnungsbedürftig klingt. Nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht gerade der Hammer. Der Höhepunkt bei diesem Song ist sein Solo. „Awakening“ ist ähnlich wie das Intro „Kawazu“, die Ruhe vor dem Sturm , der in Form von „I“ auftritt. Ein guter, wenn auch kein herausragender Song, bei dem vor allem die Lyrics sehr gelungen sind. Der letzte Song rundet das düstere Paket ab. Sehr guter Anfang mit hervorragend gesetzten Drums und Gitarrenriffs. Dieser Anfangspart driftet dann in ein Solo ab, was im vollem Ausmaße zeigt, was Trey Azagthoth als Gitarrist draufhat.

Bei Morbid Angel´s siebtem Werk „Gateways to Annihilation“ scheiden sich die Geister. Für die einen ist es ein geniales Album, dass den Sound des „ Formulas Fatal To The Flesh “-Albums beibehält, für die Anderen ist die Band seit dem eben genannten Album eine dem Kommerz angepasste Death Metal-Variante. Fakt ist, das der Sound langsamer geworden ist und die Texte gleich geblieben sind. Wer sich daran nicht stört, und schon das „Formulas“- und „Heretic“-Album mochte, wird hier sehr gut bedient. Die Fans der ersten Alben werden auch hier wenig Gefallen daran finden.

Persönlich zähle ich mich zu den Fans, die das „Formulas“- und „Heretic“-Album gut finden. Genau so geht es mir auch mit „Gateways to Annihilation“ . Es ist ein gelungenes Album mit sehr vielen Höhepunkten und wenigen Schwächen. Vor allem Gitarrensoli und Double Bass wissen zu überzeugen. Was mir allerdings nicht gefiel, war die fehlende Hervorhebung der Bassgitarre. Ein paar reine Basspassagen wären eine schöne Abwechslung gewesen. Die zweite Schwäche ist die Monotonie der Lyrics. Einen eingefleischten Fan mag das nicht sonderlich stören, aber es kann viele Ersthörer abschrecken.

(Leszek)

Bewertung: 8.5 / 10

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