CD-Review: Mur - Truth (EP)

Besetzung

Jay Moulin – Gesang
Benjamin Leclere – Gitarre
Benjamin Gicquaud – Gitarre
Thomas Zanghellini – Bass
Julien Granger – Schlagzeug
Alexandre Michaan – Keyboard

Tracklist

01. Inner Hole
02. Suicide Summer
03. Epiphany
04. Such A Shame (Talk-Talk-Cover)
05. Truth


„Truth“, die Wahrheit also, versprechen MUR in Reliefprägung auf dem hühnerkackgelbgoldenen Artwork ihrer neuen EP. Das weckt natürlich Interesse – nicht zuletzt, weil auch das Artwork in seiner grellen Grässlichkeit unbestreitbar eine gewisse Faszination auf den Betrachter ausübt.

Für ihre Version der Wahrheit brauchen die Franzosen gerade einmal 32:35 Minuten, streng genommen bezeichnet die Band „Truth“ sogar nur als EP. Das könnte man aber ebenso gut als Understatement abtun, denn die vier Stücke plus Coversong lassen tatsächlich eher Albumatmosphäre aufkommen – wenngleich diese nicht zu jeder Zeit gleich stark ist.

Im groben Ganzen haben sich MUR einer Black-Metal-inspirierten Form des Post-Hardcore verschrieben, die sie immer wieder mit Synthesizer-Parts aufbrechen. Das funktioniert leider in der Praxis nicht ganz so gut, wie es in der Theorie klingt: Nach einem schwungvoll-brachialen Start („Inner Hole“) offenbaren sich gerade die Synthie-Muster als gewolltes Alleinstellungsmerkmal als arg primitiv. Auch fügen sich diese meist nur mäßig elegant zwischen die meist harten Riffs („Suicide Summer“). Aus diesem Blickwinkel betrachtet überrascht es dann auch nicht weiter, dass ausgerechnet ein Cover („Such A Shame“ der britischen Synthiepop-/New-Wave-Band Talk Talk) der rundeste Song auf der EP ist: Hier funktioniert der Post-Core mit Krautrock-Touch tatsächlich ganz gut, hier versteht man, worauf MUR vielleicht auch in ihren Eigenkompositionen hinauswollen. Das finale „Truth“ kann daran einigermaßen anknüpfen, nicht zuletzt, weil MUR hier viel Zeit darauf verwenden, den Song atmosphärisch versanden zu lassen, was diese EP tatsächlich recht stimmungsvoll beendet.

Am Ende passt die Musik zum Cover: Irgendwie hat’s schon was, aber wirklich ausgegoren ist’s halt doch nicht: Der brachiale Blackened-Post-Core von MUR geht in Ordnung, der Synthie-Einsatz hingegen klingt gewollt avantgardistisch („Inner Hole“) und zugleich grobschlächtig gearbeitet. Puristen wie Fans wirklich progressiver Klänge werden MUR damit nicht abholen können – offen bleibt die Frage, welche Zielgruppe den Franzosen dann noch bleibt.

Bewertung: 6 / 10

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