Die noch nicht allzu lang aktiven Metaller MYTH CARVER haben ihre Debüt-EP „Myth Carver“ eigentlich schon im vergangenen März veröffentlicht. Weil die Truppe aus Dallas die Erstveröffentlichung noch komplett selbst gestemmt hat, war die Reichweite wohl begrenzt, weshalb sie eine Neuauflage der Scheibe durchaus lohnen könnte. Dazu ging das Quintett einen Vertrag mit den griechischen Underground-Profis No Remorse ein, die die vier Songs umfassende Platte nun um zwei Bonustracks erweitert neu aufgelegt haben.
Für Promozwecke wurde gerne METALLICAs legendäres Erstlingswerk „Kill ‚Em All“ herangezogen, um den Sound von „Twist Of Fate“ zu beschreiben. Dieser Vergleich kann in der Regel nur zu Ungunsten der dem Jahrhundertwerk gegenübergestellten Band ausgehen und man sollte ihn auch in Bezug auf MYTH CARVER nicht zu ernst nehmen. Zumindest im Opener „Untamed Steel“ weiß man aber, was gemeint ist: Die Truppe auf Dallas setzt eindeutig auf trockenen, schneidenden Gitarrensound, der ziemlich nah an „Kill ‚Em All“ herankommt und auch das Riffing irgendwo zwischen Speed und Heavy Metal lässt – zumindest in dieser Nummer – durchweg an Hetfield und Co. denken.
Die Kombination aus Speed-Metal-Riffs der alten Schule und der Attitüde des US-amerikanischen Epic Metal hebt MYTH CARVER ab dem ersten Ton von anderen Retro-Bands ab. Doch dabei bleibt es nicht: In den folgenden Songs – insbesondere „Shadow Firmament“ und „Iron Helm“ – tendieren die Texaner deutlich mehr zum klassischen Heavy Metal und begeben sich damit knietief in Fahrwasser von Bands wie etwa den Schweden AMBUSH. Weil die Formation auch hier ein feines Gespür für wirklich starke Riffs und Soli beweist, sind diese Songs ebenso absolut gelungen, nur klingen sie nicht ganz so individuell wie der starke Eröffnungstrack.
MYTH CARVER präsentieren sich auf ihrer Debüt-EP von einer äußerst vorteilhaften Seite und machen definitiv Lust auf mehr. Die Songs sind allesamt durch und durch authentisch, wobei sich die Truppe künftig ein bisschen mehr auf die im ersten Song angedeutete Mischung aus Speed und Epic Metal konzentrieren sollte – das scheint zumindest auf „Twist Of Fate“ ihr deutlichstes Alleinstellungsmerkmal zu sein. Die übrigen Nummern – zu denen auch die beiden Bonustracks zu zählen sind – stellen einen gelungenen, aber nicht unbedingt überraschenden Beitrag zum stetig wachsenden Kanon der NWOTHM dar. Es lohnt sich in jedem Fall, diese Burschen aus Texas im Auge zu behalten!
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