CD-Review: Nailed To Obscurity - Opaque

Besetzung

Raimund Ennenga - Gesang
Jan-Ole Lamberti - Gitarre
Volker Dieken - Gitarre
Carsten Schorn - Bass
Jann Hillrichs - Schlagzeug

Tracklist

01. iNnerME
02. Torn To Shreds
03. Mythomania
04. Murder Of Crows
05. In Vain
06. On The Verge Of Collapse
07. Sealed
08. Drift
09. Opaque


„My darker side – impossible to ignore, an inherent part of my central core“ – Wie die Faust aufs Auge passen diese Schlusszeilen aus dem Song „iNnerME“ zur neusten Platte NAILED TO OBSCURITYs, denn ein durch Melancholie geprägter dunkler Kern verleiht „Opaque“ seine ganz persönliche und gleichzeitig besondere Art. Liegt die Veröffentlichung des letzten Albums nun auch schon um die sechs Jahre zurück und brachte Raimund Ennenga ab 2012 mit seiner Stimme frischen Wind in die Gruppe, so scheint es, als seien die norddeutschen Herren ihrem Stil doch treu geblieben.

Kommt man in die Versuchung zu behaupten, dass mit „Torn To Shreds“ eines der neun Lieder dem genannten Prinzip widerspricht, so wie ich es kurzzeitig tun wollte, schlage man sich diese Vermutung schnellstens aus dem Kopf. Spätestens nach den ersten 70 Sekunden, wenn die harten und trockenen Growls von einem zarten Flüstern abgelöst werden, welches durch ein leises Gitarrenspiel unterstützt wird, passt auch dieser Song perfekt ins Raster. Genanntes Hauchen des Songtextes findet auch im nächsten Stück „Mythomania“, welches mit sieben Minuten Spielzeit das längste ist, seinen Einsatz. Daneben beeindrucken dynamische sowie schleppende Riffs, die im Gehör bleiben.

Die unverwechselbare Grundstimmung liegt auch im von Benjamin Borucki entworfenen Cover. Das farblich und auch abbildungstechnisch eher schlichte Artwork weiß – vor allem nach dem Hören der CD – Eindruck zu schinden.
„Murder Of Crows“ ist definitiv eines der Highlights. Ein langes instrumentelles Solo leitet den Song ein, folgend fällt auf, dass der Text des Liedes zwischenzeitlich durch klaren Gesang präsentiert wird, womit NAILED TO OBSCURITY einen großen Pluspunkt sammeln können. Zwar überzeugen die Growls des Sängers durchweg, doch scheint der Wechsel an dieser Stelle so passend, dass diese Überraschung als gelungen vermerkt werden darf. Als zweiten Höhepunkt von „Opaque“ nenne ich „On The Verge Of Collapse“: Es wird mit ähnlichen Mitteln gearbeitet, wie beim zuvor erwähnten „Murder Of Crows“, doch kann dieses Stück wohl als depressivstes der ganzen Platte betitelt werden.
Zum gleichnamigen, abschließenden Titel des Albums „Opaque“ muss das Stichwort ‚Abwechslungsreichtum‘ fallen. Geprägt von Tempowechseln und dem instrumentellen Zusammenspiel, welches zum Teil so verschieden ist, dass man behaupten könnte, es handle sich um unterschiedliche Songs, bildet es einen gelungenen Abschluss.

NAILED TO OBSCURITY haben ein fantastisches Gesamtwerk geschaffen, an dem es wirklich kaum etwas auszusetzen gibt. Wer sich für melancholische Songs begeistern kann, bei denen Death Metal an keiner Stelle zu kurz kommt, sollte es nicht verpassen, sich selbst ein Bild von „Opaque“ zu machen.

Bewertung: 9 / 10

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