Nanowar Of Steel The Genghis Khan EP to End All Genghis Khan EPs Coverartwork

Review Nanowar Of Steel – The Genghis Khan EP To End All Genghis Khan EPs (EP)

  • Label: Napalm
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Nach ihrem letzten Album „Dislike To False Metal“ von 2023 bringen NANOWAR OF STEEL pünktlich zu ihrer Europatournee Anfang 2026 die EP „The Genghis Khan EP To End All Genghis Khan EPs“ auf den Markt. Bereits der Titel weckt direkt Assoziationen mit den Werken von SABATON. Aber wenn man ehrlich ist, weniger als solch sympathisch wirkende Anmaßungen sollte man von NANOWAR OF STEEL auch nicht erwarten. Im gewohnten Genremix lässt der Wahnsinn hier nicht lang auf sich warten.

Der Titeltrack gibt die bisher ignorierte Geschichte – außer von SABATON, WARKINGS, THE HU usw. – von Dschingis Khan wieder. Diese entspricht natürlich zu „97 %“ der Wahrheit und führt vom Studium in Ulaanbaatar über die Kämpfe gegen Ho Chi Minh bis hin zu seinen Aktivitäten auf Tinder und Hinge. Auf den letzten beiden Plattformen natürlich bekannt als Mongolian Stallion, mit entsprechendem Erfolg. Diesen ganzen Quatsch präsentieren NANOWAR OF STEEL in einem Gewand aus klassischem Heavy Metal mit einer Prise THE HU. Dazu gibt es ein passendes Cover-Artwork.

Dachte man, verrückter kann es nicht werden, legen die Italiener mit „Feet And Greet“ (inkl. Sänger Mikael Sehlin von AMARANTHE, DEGRADEAD und ENGEL) noch eine gute Schippe Klamauk obendrauf. Dass dieses Lied ganz im Zeichen des Fußes steht, bekommt man schon mit dem RAMMSTEIN-artigen Sprechgesang am Anfang unter die Nase gerieben. Dieser geht jedoch recht schnell in eine verzerrte Abart von AMARANTHE über, merklich zu erkennen an den Shouts von Sehlin. Dass Füße wohl irgendwas mit Käse zu tun haben können, ist wohl allgemein bekannt, doch da fangen NANOWAR OF STEEL erst an und lassen den Song langsam in eine kritische Richtung gleiten. Denn nichts weniger als bezahlte Meet & Greets werden hier gnadenlos durch den Kakao gezogen. Auch wird nicht davor Halt gemacht, bekannte Bandnamen (FOOT FIGHTERS, CRADLE OF FEET) und Lieder („Run To The Heels“, „Inhale And Kill“) umzudichten. Zum Schluss werden zu einem typischen Metalcore-Breakdown alle Zehen aufgezählt, um auch dem Letzten klarzumachen, dass es sich für diese wirklich wichtige Fuß-Erfahrung lohnt, das Geld auf den Tisch zu legen.

Doch die EP birgt auch für NANOWAR-OF-STEEL-Verhältnisse ernstere und sogar kosmische Elemente: Mit typischen Power-Metal-Strukturen und dem italienischen Satellitennetzwerk zur Überwachung von Umwelt, Sicherheit und Katastrophenmanagement („Iride“) geht es weiter. Im Auftrag der PNRR (Italiens nationaler Wiederaufbau- und Resilienzplan) überwacht hier ein übermächtiges Wesen die Erde.

Wem es zuvor noch nicht nerdig genug war, kann sich die hymnisch vertonte Variante der Programmiersprache „Kotlin“ geben, ganz nach dem Motto: „Kotlin“ für alle und alle für „Kotlin“. Techis, die Freude an diesem Thema haben, können sich hier mit Sicherheit an allerhand programmierspezifischen Begriffen laben. Witziger Song, der ein nischiges Thema aufgreift und auch unter Missachtung des Textes durchaus zum Fäusteschwingen anregen kann.

Wie so oft bekommt man bei NANOWAR OF STEEL, was man nicht erwartet, und genau das macht immer wieder den Reiz aus. Der Quatsch zwischen Finger – oder Fuß – in der Wunde und charmantem Augenzwinkern kann große Freude bereiten. Dafür sollte man natürlich ein hohes Maß an stilistischer und thematischer Offenheit mitbringen, sonst kann es auch in eine gewisse Unerträglichkeit abrutschen. Da NANOWAR OF STEEL aber NANOWAR OF STEEL sind, bleiben sie sich auch hier wieder treu und halten allen ihren Fuß entgegen.

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