CD-Review: Nature Morte - NM1

Besetzung

Chris Richard - Gesang, Bass
Stevan Vasiljevic - Gitarre
Vincent Bemer - Schlagzeug

Tracklist

1. Through The Perfection Of Your Nothing
2. Till Love Do Us Part
3. Grief
4. Black Pram


Um das Logo einer Black-Metal-Band entziffern zu können, benötigt man entweder eine Menge Kreativität oder jahrelanges Insiderwissen – beides dürfte aber nicht helfen, um die zwei Worte auf dem oben abgebildeten Cover entschlüsseln zu können.

Des Rätsels Lösung lautet NATURE MORTE, der Name einer französischen Post-Black-Metal-Band. Entgegen der wörtlichen Übersetzung ihres Namens, Stillleben, gehen die drei Franzosen auf ihrem Full-Lenght-Debüt, unkreativ als „NM1“ betitelt, wesentlich grober vor.

Mit dem Opener „Through The Perfection Of Your Nothing“ eröffnen NATURE MORTE das vier Songs umfassende Debüt im typischen Post-Metal-Stil: Ausschweifende Passagen von Steigerung und Entschleunigung treffen aufeinander, das dynamische Riffing von Gitarrist Stevan rückt dabei unweigerlich in den Vordergrund der Ohrmuschel.

Nicht etwa, dass Drummer Vincent es nicht ebenso gut beherrscht, seine sanften Anschläge am Beckenrand oder die furiose Doublebass dem Motiv der jeweiligen Passagen anzupassen; nur wirkt das Schlagzeug folgend und die Gitarre führend. Unterstützt wird dieses stets homogen abgestimmte Spiel von Sänger und Bassisten Chris, dessen kratzige Screams zur düsteren, Black-Metaldesken Atmosphäre verhelfen.

NATURE MORTE geben auf „NM1“ nicht unbedingt die neusten Anstöße zum Songwriting, hierfür ist das Post-Genre mit seinen gut zwei Dekaden auf dem Buckel schlichtweg zu etabliert. Vielmehr ist es die fließende, harmonische Verquickung von Spannungsbögen und deren Auflösung die einen zehnminütigen Track wie „Black Pram“ von Beginn an abwechslungsreich, aber nicht zu überladen sowie mitreißend, aber nicht zu kitschig klingen lassen.

Wobei an dieser Stelle nochmals zu betonen sei, dass das mit dem tragenden Element des Post-Black-Metals, der Gitarre, steht und fällt: Sind die Riffs fad, werden zehnminütige Songs zur Tortur. Beinhaltet das Gitarrenspiel zu viele Motivwechsel, kann dies auf Kosten der Atmosphäre geschehen.

Oder anders gesagt: Wer wissen möchte, wie man es nicht macht, legt „Thrice Woven“ ein, wer gleich mit einem guten Beispiel für Post-Black-Metal beginnen möchte, sollte sich dieses Album von NATURE MORTE holen. Dass es sich hierbei um das Debüt handelt, macht „NM1“ nur noch sympathischer, denn wie gut kann da bitte der Nachfolger werden?

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Bewertung: 7 / 10

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