CD-Review: Nebelhorn - Utgard (MCD)

Besetzung

Wieland - Gitarre, Bass

Gastmusiker:
Thorsten - Gesang
Frank - Schlagzeug
Patrick - akustische Gitarre

Tracklist

01. Nordwärts (Intro)
02. Midgard
03. Utgard
04. Asgard
05. Wintersfest


Mit „Utgard“ legen NEBELHORN ihr erstes Werk vor. Dahinter steckt ein schwäbischer Musiker mit dem Pseudonym Wieland, der es sich vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt hat, Black Metal mit Wikingerthemen und nordischer Folklore verschmelzen zu lassen. Aus einer richtigen Band wurde bis heute leider nichts, die drei Gastmusiker auf dieser Mini-CD spielen auch allesamt in anderen Gruppen und wollten denen wie alle anderen angefragten treu bleiben. So ist NEBELHORN bisher ein Ein-Mann-Projekt geblieben. Vor der Musik kommt aber auch hier die Optik, und die Scheibe präsentiert sich stimmungsvoll und düster.

Das knapp 17-minütige Album wird eingeleitet durch das eher unspektakuläre, aber dienliche „Nordwärts“, das lediglich aus einer stimmungsvollen akustischen Gitarre begleitet von einem leisen Windhauch besteht. Direkt im Anschluss legt „Midgard“ in bester Black Metal-Manier mit einem wütenden und kalten Riff los. Das Hauptriff und die Melodie kehren häufig wieder, was bei einer Songlänge von dreieinhalb Minuten in Ordnung geht. Durch und durch steht am Anfang ein rasend-schwarzmetallisches Stück mit zwischendurch etwas gedrosseltem Tempo. Ganz anders kommt „Utgard“ daher, das sehr schleppend beginnt und überraschend todesmetallisch ist, was irgendwie recht unpassend wirkt und vor allem zu Beginn ziemlich verwirrend ist, auch der klare Gesang wirkt befremdlich. Nach einiger Gewöhnungszeit kann das Lied durchaus Qualitäten entfalten, kann aber mit dem restlichen Material nicht mithalten. „Asgard“ ist gleich wieder besser, baut von Beginn an eine bedrohlich-düstere Stimmung auf und kann mit wütendem Riffing, drückendem Schlagzeug und aggressivem Gesang aufwarten. Wundervoll gemacht ist die lyrische Wende in Songmitte, wo der kalte Schwarzstahl in eine episch-erhabene Melodie mit klarem Gesang übergeht. Abschließend wird mit dem „Wintersfest“ ein „Sauflied“ gespielt, das durchaus Schunkel-Qualitäten aufweisen kann und mit einer gemütlichen Akustikgitarre ausblendet.Gesanglich bin ich nicht vollständig überzeugt. Thorsten macht seine Sache zwar alles andere als schlecht, vor allem die klaren Gesänge hat man aber schon vielerorts besser gehört. Der tiefe und Kreischgesang jedoch sind gut gelungen, wenn mir auch etwas zu oft Erinnerungen an Riger und Eisregen (vor allem bei „Midgard“) kamen.

Die lyrische Seite bietet keine Innovationen, dafür aber schön ausgearbeitete Texte von Wieland (und Thorsten, der den Text zu „Utgard“ schrieb). „Midgard“ erzählt von der Entstehung der Welt der Menschen, „Utgard“ von der Welt der gegen die Götter aufbegehrenden Riesen und „Asgard“ vom Eintreffen eines gefallenen Kriegers in Walhalla. „Winsterfest“ beschreibt zum Abschluss einfach ein gemütliches Trinkgelage. Natürlich ist alles in deutscher Sprache gehalten, was dem Verständnis und auch der Atmosphäre dient. Erfreulicherweise kann man alle Texte auch im kleinen Beiheft nachlesen.

„Utgard“ hat für eine Eigenproduktion darüberhinaus eine mehr als vorzeigbare Produktion erhalten, die perfekt zur Musik passt. Die instrumentale Seite deckt viele Stimmungen ab, von düster und kalt über episch erhaben bis hin zu entspannt und gemütlich ist nahezu alles erdenkliche dabei, was man sich in dieser kurzen Spielzeit vorstellen kann. Wenn auch noch etwas unausgereift und teilweise zu vorhersehbar, können NEBELHORN schon überzeugen, vor allem merkt man der Scheibe bereits an, dass hier Leidenschaft und Herzblut drinsteckt. Mit dem ersten richtigen Album „Gen Helwegs Grund“ ein Jahr später können viele Kritikpunkte bereits ausgemerzt werden…

Keine Wertung

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