Review Nechochwen – Kanawha Black

  • Label: Bindrune
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Black Metal

Sieben Jahre nach dem exzellenten „The Heart Of Akamon“ und drei Jahre nach der Split-EP mit Bhleg, melden sich die Vorreiter des Native-American-Black-Metal endlich mit neuer Musik zurück: „Kanawha Black“ nennt sich die neue NECHOCHWEN-Scheibe, die den Hörer erneut in die Welt der indigenen Völker Nordamerikas entführen soll. Musikalisch umgesetzt wird diese Reise durch die bereits bekannte Mischung aus Black Metal, Doom und Folk-Elementen, wobei diesmal noch mehr Prog Rock Einzug in die Mixtur hält. So überzeugend wie auf den bisherigen Veröffentlichungen agieren Bandkopf Aaron “Nechochwen” Carey und Drummer Andrew “Pohonasin” D’Cagna diesmal aber leider nicht.

Woran „Kanawha Black“ krankt, zeigt schon der Opener und Titeltrack des Albums: NECHOCHWEN reiten einmal im Galopp durch klassischen norwegischen Black Metal, Viking Metal, Folk und Prog Rock, machen eine scharfe Kurve und nehmen den gleich Weg wieder zurück. Dieser wilde Ritt vereint so ziemlich alle Einflüsse des Duos, bricht an einigen Stellen aber an recht erzwungen klingenden Übergängen zwischen den einzelnen Genres. Noch herausfordernder gestaltet sich „Visions, Dreams And Signs“, bei dem Mastermind Aaron Carey vollkommen freidreht und gefühlt nahezu jedes Metal-Genre in einen Song packt. Einerseits beeindruckend zu hören, in wie vielen Musikrichtungen Carey verwurzelt ist, allerdings hat man auch das Gefühl, dass einige der Stücke auf „Kanawha Black“ allein durch Spucke und ganz viel guten Willen zusammengehalten werden.

Dabei bietet das Album auch ganz wunderbare Momente, die die Faszination NECHOCHWEN ausmachen. Allein die hörbar von Opeth beeinflussten Nummer „The Murky Deep“ und „I Can Die But Once“ setzen zwei große Ausrufezeichen. Sie sind nicht überladen mit Einflüssen, sondern entwickeln sich ganz natürlich zum NECHOCHWEN-typischen Folk-Black-Metal mit einem Prog-Touch. Die volle Magie entfalten sie aber erst durch die mal mehr, mal weniger präsenten Elemente der Musik der indigenen Völker Nordamerikas. Mit Flöten, Trommeln und akustischen Gitarren wird diese Welt für die Hörer wieder lebendig. Abgeschlossen wird „Kanawha Black“ mit „Across The Divide“, dass starke Remineszenzen an Borknagar oder Bathory während ihrer Viking-Phase weckt. Musikalisch irgendwie der falsche Kontinent, aber dafür frei von plötzlichen radikalen Stilwechseln oder überladenem Songwriting.

Mit „Kanawha Black“ kommen NECHOCHWEN hörbar ins Straucheln. Aaron Carey verbaut in den sieben Songs Ideen, die locker für ein weiteres Album gereicht hätten und kommt in Sachen Songwriting an seine Grenzen. Anstatt den typischen und einzigartigen NECHOCHWEN-Sound zu verfeinern, sollen auf Biegen und Brechen noch mehr Einflüsse verarbeitet werden, wodurch „Kanawha Black“ über weiter Strecken ziellos und überladen wirkt. Findet das Duo mit dem nächsten Release nicht zu alter Stärke zurück, laufen ihnen Bands wie Vital Spirit, Dark Watcher oder BlackBraid bald den Rang ab.

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Wertung: 6 / 10

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