CD-Review: Nekrokraft - Will O' Wisp

Besetzung

Angst - Gesang
Doc - Gitarre
Iron - Gitarre
Ghol - Bass
Moloch - Schlagzeug

Tracklist

01. Ov Hell
02. Will O' Wisp
03. Worship
04. Hellfire
05. Forestlurker
06. Armageddon Unleashed
07. Succubus


Blackthrash kann so langweilig sein. Oder so cool – wenn man ihn angeht wie NEKROKRAFT. Die Schweden, 2012 um und von Witchery-Sänger Angus „Angst“ Norder gegründet, machen nämlich bereits auf ihrem Debüt „Will O‘ Wisp“ so ziemlich alles richtig.

Keine 25 Minuten dauert das Album, dessen einziger echter Makel eigentlich das Artwork ist – und das nicht einmal, weil das Bild missraten wäre, sondern schlicht, weil es in seiner paganen Kitschigkeit die Musik von NEKROKRAFT nicht ansatzweise verbildlicht. Die kommt nämlich ziemlich schneidig daher: Zwar finden sich hier immer wieder schöne Melodien – von „Kitsch“ ist man jedoch meilenweit entfernt. Dafür sorgen die fiesen Screams (und auch mal Growls, wie in „Worship“) ebenso wie das schmissige Riffing.

Dabei bleiben NEKROKRAFT jedoch stilistisch erfreulich beweglich: Mal erinnert das Material an (alte) Naglfar, mal eher an Skeletonwitch und Konsorten – dennoch klingt „Will O‘ Wisp“ durchweg wie aus einem Guss. Das gilt auch für die Songs im Einzelnen: Trotz der knappen Songlängen von im Mittel gerade einmal drei Minuten ziehen NEKROKRAFT hier alle Register, um die Stücke spannend zu gestalten – von Tempovariationen und Dynamikwechseln bis zu stilistischen Anleihen aus dem melodischen und sogar symphonischen Black Metal („Forestlurker“).

Auch technisch hat „Will O‘ Wisp“ im besten Sinne nichts von einem Debüt: Spielerisch geben sich die Musiker – größtenteils auch in anderen Bands aktiv – keine Blöße. Und die Produktion begeistert durch einen ausgewogenen, kristallklaren Mix, in dem der Bass ebenso jederzeit herauszuhören ist wie die Details in den Gitarrenspuren, während das Schlagzeug organisch und der Gesang lebendig klingt.

Alles in allem ist „Will O‘ Wisp“ ein Album, das die Stärken des Thrash – Tempo und schneidige Riffs – stilsicher mit der Atmosphäre eines melodischen Black-Metal-Albums verknüpft. Gewiss, die einzelnen Elemente sind (auch in dieser Kombination) nicht neu. Doch Vorbilder hin, Vorerfahrung in anderen Bands her – so stark zu debütieren muss man als Band erst einmal hinbekommen. Chapeau!

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Bewertung: 8.5 / 10

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