CD-Review: Nero Di Marte - Nero Di Marte

Besetzung

Sean Worrell – Gesang, Gitarre
Francesco D'Adamo – Gitarre
Andrea Burgio – Bass
Marco Bolognini – Schlagzeug

Tracklist

01. Convergence
02. Time Dissolves
03. Resilient
04. Nero Di Marte
05. Drawn Back
06. Anopticon


Jung, wild, progressiv – all das sind Begriffe, die einem zu NERO DI MARTE einfallen könnten. 2007 als Murder Therapy in Bologna gegründet, wechselte man 2012 den Bandnamen. Offensichtlich sehr zur eigenen Zufriedenheit, sind die Italiener von ihrem neuen Namen doch immerhin so überzeugt, dass sie auch gleich ihr Debüt unter diesem Namen „Nero Di Marte“ tauften.

Ist das Albumcover noch relativ belanglos und austauschbar und erinnert in beiderlei Hinsicht gleichermaßen an Destructions „Day Of Reckoning“ wie an „Lammendam“ (Carach Angren), ist das, was NERO DI MARTE musikalisch abliefern, von einem ganz anderen Kaliber. Hier scheut die Truppe Eigenständigkeit nämlich erfreulicher Weise nicht so sehr und kann damit direkt punkten: Komplexe Riffs, vertrackte Rhythmen, das Ganze in angenehm differenziertem Sound und mit dem sehr ausdrucksstarken Gesang von Sean Worrell garniert – NERO DI MARTE verstehen sich auf ihr Handwerk, so viel ist klar.
Bereits unter technischen Aspekten betrachtet weiß des Albums zu begeistern – ist das, was die Band hier abliefert, doch wahrlich beeindruckend: In den harten Passagen ein wenig mit den Norwegern Keep Of Kalessin, aber auch mit den Franzosen Gojira vergleichbar, liefern sowohl die Saitenfraktion als auch Drummer Marco „Samu“ Bolognini hier wirklich ganze Arbeit: In einer Perfektion, die ihresgleichen sucht, eingespielt, haben die Songs natürlich von vorne herein eine beeindruckende Wirkung auf den Hörer – doch mehr noch als das ist es wohl die vielseitig eingesetzte Stimme von Worrell, die durchweg zu begeistern weiß.
Durch die schnellen Wechsel zwischen ruhigen, fast schon sinnlichen Passagen aus geflangerten Cleangitarren mit zartem Drumming oder groovendem Riffing präsentiert sich „Nero Di Marte“ als gelungene Mischung aus (Progressive) Rock und Extreme Metal – ohne dabei jedoch all zu zerfahren oder gar desorientiert zu klingen: Zwar ist es nicht immer einfach, der Band bereits beim ersten Hören zu folgen, dafür gibt „Nero Di Marte“ auch nach mehreren Durchläufen noch Details preis, die beim ersten oder zweiten Hören gar nicht aufgefallen wären. Zumindest eines ist jedoch bereits nach dem ersten Durchgang klar: NERO DI MARTE wissen, worauf sie hinaus wollen.

NERO DI MARTE stehen für Abwechslung, Innovation, Inspiration – und somit für Progressivität im eigentlichen, ursprünglichen Sinne des Wortes. Was die Italiener hier als Quasi-Debüt vorlegen, hat nicht nur Potential, sondern ist für sich genommen bereits absolut empfehlens- und hörenswert. Ein absoluter Geheimtipp für alle, die auf anspruchsvolle Gitarrenarbeit stehen und mit „progressiv“ nicht automatisch Bands wie Dream Theater verbinden.
Anspieltipp: Der Song (des Albums (der Band)) „Nero Di Marte“

Bewertung: 9 / 10

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