DVD-Review: Nightwish - From Wishes To Eternity (DVD)

Besetzung

Tracklist

01. The Kinslayer
02. She is my Sin
03. Deep Silent Complete
04. The Paraoh sails to Orion
05. Come Cover Me
06. Wanderlust
07. Instrumental (Crimson Tide/Deep Blue Sea)
08. Swanheart
09. Elvenpath
10. FantasMic Part 3
11. Dead Boy’s Poem
12. Sacrament of the Wilderness’
13. Walking in the Air
14. Beauty & the Beast

15. Wishmaster
+ Zwei Promo-Videos (The Carpenter & Sleeping Sun)
+ Zwei Live-Videos (Walking In The Air & The Kinslayer)
+ Foto-Galerie
+ Gelöschte Szenen der Wishmaster World Tour


Bei Musik DVD’s ist das immer so eine Sache, entweder sie sind großartig produziert und ein rund rum gutes Paket oder sie sind ein griff ins Klo. Daher hab ich auch ein wenig überlegt ob ich die 22 Euro für diese DVD ausgeben soll. Da Nightwish aber quasi für Qualität bürgen kam ich doch zu dem Ergebnis die DVD zu bestellen. Und ich bin wirklich absolut begeistert! Angefangen von einem sehr übersichtlichen Menü bis zum Konzert bietet die Scheibe ein hervorragendes Paket, das am 9 Juli 2001 veröffentlichtwurde. Doch fangen wir am besten mit dem Konzert an.
Aufgenommen wurde das ganze Ende 2000 in Tampere, Finnland im Rahmen der „Wishmaster“ Tour. Der Konzertsaal war proppe voll, es gab etliche Kameraperspektive, das Bild ist bis auf einzelne Ausrutscher an der Fokussierung in absoluter DVD-Norm und der Sound kommt großartig rüber. Die ganze Band präsentiert sich in unglaublicher Spiellaune, wobei vor allem die gesangstechnische Leistung von Tarja herausragt, die jeden Ton klar getroffen hat, es gab weder Aussetzer noch ähnliches!

Im Opener „The Kinslayer“ wird für Nightwishverhältnisse ordentlich Gas gegeben, Pyrofontänten steigen in die Luft, Lichteffekte erhellen die Halle, ein Song der die Menge fürs erste richtig einheizt. Um die kraftvolle Stimmung beizubehalten bringt man mit „Sleeping Sun“ gleich die nächste Up-Tempo Nummer bei der das Publikum vor allem in den Teilen abgeht in denen Tarja nicht singt, sondern Publikum animiert. Etwas ruhiger kommt die Band mit „Deep Silent Complete“ vom „Wishmaster“ Album ein Song der sehr stark auf das Keyboard von Tuomas basiert.
Zu „The Paraoh sails to Orion“ tritt auch mit Tapio Wilska der erste Gast auf die Bühne, wobei dieser Song für mich persönlich der schwächste Song des gesamten Konzerts ist, wohl weil mir Nightwish zusammen mit Death-Metal Gesang nicht wirklich zusagt. „Come Cover Me“ beginnt zwar kraftvoll, wechselt dann jedoch in den Midtempobereich, was auf keinen Fall negativ anzusehen ist, da auch das Publikum nach 4 äußerst kraftraubenden Songs ein Lied zum Luft holen braucht. Tarja beweißt ein weiteres Mal das ihre Stimme brillant ist, sehr hohe Töne werden ohne Probleme lange gehalten.
„Wanderlust“ startet mit einem Keyboard Intro von Tuomas konzentriert sich dann jedoch eher auf das Schlagzeug und die Gitarre, bis Tuomas zu einem weiteren Solo ansetzt.
Die beiden Instrumentalversionen der Filmmusiken „Crimson Tide“ (Orginal von Dykes & Zimmer) und „Deep Blue Sea“(Trevor Rabin“ zeigen, dass nicht nur Tarja ihre Handwerk gut versteht, sondern das auch die 4 Junges hervorragend mit ihren Instrumenten umgehen könne. Positiv fiel mir auf, dass Tarja sich von der Bühne zu einem Kleidungswechsel verabschiedet hat. Nicht der Wechsel der Wäsche ist dabei so positiv, sondern das sie ihren Männern ganz alleine die Bühne überlässt. 8 Lieder sind vergangen und endlich gibt es die erste richtige Ballade. „Swanheat“ ist ein unglaublich schönes Stück, nicht metallisch, trotzdem großartig und beruht vor allem auf Tarjas Stimme mit einer leichten musikalischen Begleitung und einem Solo von Emppu an der Gitarre zum Ende hin.
„Elvenpath“ startet zwar zu erst ruhig, driftet dann jedoch in den Up-Tempo Bereich abRichtig Stimmung kommt bei den eingespielten Flötentönen auf, die gepaart mit Gitarre und Drums unglaublich die Halle zum Kochen bringen.
„Dead Boy’s Poem“ wird von Tarja angemessen leidenschaftlich rübergebracht, so dass die Stimmung der Worte und Klänge durch das Bild noch ein wenig Steigerung finden. Wenn es einen Song gibt, der Nightwish charakterisiert, dann ist es für mich dieser. Leidenschaftlicher Gesang, gepaart mit guten Arrangements und einem Wechsel aus Ballade und Mid-Tempo mit einer Prise Bombast. Mit „Sacrament of the Wilderness“ wird dann auch der regulär letzte Song des Konzerts angekündigt, welcher eher ein Song mit Durschnittskaliber ist. Nichts herausragendes, nicht schlechtes, aber halt nur Füllwerk.
Wie zu erwarten chanten die Fans „we want more“, was die Band natürlich gerne erfüllt und mit „Walking in the Air“ auch eine klasse Ballade raushaut, die gesangsmässig anderes ist als Swanheart. Tarjas Stimmenvielfalt in den höheren Tonlagen ist wirklich beeindruckend. Passend zum Lied werden auf der Bühne Fackeln angezündet und auch im Publikum gehen zum ersten und einzigen Mal die Feuerzeuge in die Höhe. Abgerundet wird die Performance mit einem „Schneefall“ von der Decke und einem Nightwishballaden typischen Gitarrensolo. Zu „Beauty and the Beast“ begrüßen Nightwish mit Tony von Sonata Arctica den zweiten Gast, wobei sich Tarja und Tony nicht nur auf der Gesangsebene, sondern auch darstellerisch prima ergänzen. Tony als Biest liefert eine gewohnt gelungene Leistung ab, wobei ich sogar soweit gehen würde, dass dieses Duett mein persönliches Highlight auf der Scheibe bildet. Tempowechsel, Soli, Parts in denen die Zuschauer ordentlich mitgehen können, eine Liebesballade und Midtemponummer in einem, alles wird in einem Stück geboten. Mit „Wishmaster“ wird dann auch die letzte Runde angeläutet. Ein Song der unglaublich kraftvoll rüberkommt, und dem Publikum noch einmal alles abverlangt. Nach dem Konzert verteilt Nightwishs Plattenchef noch Platinplatten für „Wishmaster“.

Als Fazit des Konzerts kann man sagen, dass ein gelungener Querschnitt durch die ersten drei Alben präsentiert wurde. Ein Band in Topform, eine brillante Sängerin, bei der ich mir ein paar mehr Ansagen oder generelle ein paar Worte ans Publikum gewünscht habe. Highlights des Konzertes sind „Walking in the Air“, „Dead Boy’s Poem“ und natürlich „Beauty and the Beast“.

Kommen wir zum Bonusmaterial: Auf der DVD sind neben dem Konzert noch 2 Interviews von Tarja und Tuomas enthalten. Tarja erzählt ein wenig wie es ist als Frau in einer Männerwelt zu arbeiten. Es war sehr schwierig für sie sich durchzusetzen und am Anfang war sie recht ängstlich. Während Tarja etwas privater von sich erzählte, berichtete Tuomas von den Anfangszeiten Nightwishs, die Hintergründe der Musiker und das man Stratovarious und Helloween als größten Einfluss sieht.

Das Highlight des Bonus Materials sind jedoch die Deleted Scenes. Szenen, die ein Mitglied der Backstagecrew während der Tour aufgenommen hat. Im Prinzip geht es in diesen Bildern um nackte, betrunkene, bewaffnete Techniker, die es mit ihrer Körperhygiene es nicht all zu ernst nehmen und gerne einmal finnische Heimatliedersingen. Gezeigt wird Nightwish an der Hamburger Reeperbahn, bei der Vorstellung des Audi TTs, in einer Kirche und auf dem Eifelturm, alles in allem recht komische Angelegenheiten wie das Ankleben eines Dildos am Micro oder die wundersame Verwandlung von Bier in Wodka. Dazu bekommt man noch die Anleitung wie man einen „Blue Angel“ mixt, ein Getränk mit viel Wodka, sehr viel Wodka. Als Abschluss der DVD kann man noch 4 Videos und viele Bilder bewundern.

Komplettes Fazit: Das Bonusmaterial wertet das wirklich sehr gute Konzert noch einmal auf. Die Deleted Scenes sind wirklich klasse und auch die Videos sind gut gelungen, hier tritt aber auch schon der erste Kritikpunkt in Kraft. Es gibt keinen dt. Unterton. Bei Tarjas Interview ist dies nicht so schlimm, da es immerhin noch einen englischen Untertitel gibt, jedoch hat man bei Tuomas Englisch mit finnischem Dialekt, das ein oder andere Mal ein Problem mit zu kommen, vor allem bei der Aussprache von Stratovarious ist mir ein Lächeln über das Gesicht gewandert. Zusammen mit dem Bonusmaterial und dem Konzert bildet die DVD ein großartiges Produkt, welches jeder Fan dieser Musik haben sollte.

(Ben)

Bewertung: 9 / 10

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