CD-Review: Nine - It's Your Funeral

Besetzung

Johan Lindqvist - Gesang
Benjamin Vallé - Gitarre, Gesang
Robert Karlsson - Bass
Tor Castensson - Schlagzeug

Tracklist

01. No Air Supply
02. Bird of Prey
03. Nothing Left for the Vultures
04. The Blade
05. Grace
06. Line of Crosses
07. Until Death Do Us Apart
08. Venom
09. Bleeding Hearts
10. Stigmata


Wenn auf einer Promo-CD „produced by Daniel Bergstrand“ draufsteht, dann freut man sich schon vor dem ersten Durchhören ein bisschen mehr darauf, denn für mich steht dieses „Label“ einfach für Qualität, auch wenn ich bisher von NINE aus Schweden nicht viel gehört habe. Tatsächlich kann man hier vorweg nehmen, dass die Produktion einfach knallt und das mittlerweile sechste Studioalbum „It’s Your Funeral“ hiermit schon mal eine gute Grundlage legt. Warum ich die CD trotzdem so lange aufgeschoben habe, ist mir trotzdem ein Rätsel.

Entweder muss ich das Album beim ersten Hören nur beim Aufräumen nebenbei gehört haben oder es war noch wirklich sehr viel Pagan-Ohrenschmalz vom Ragnarök Festival in meinen Ohren. Nach mehrmaligem und dieses Mal aktivem Durchhören des Albums besteht allerdings kein Zweifel mehr. Diese sind eigentlich schon bei „No Air Supply“ beseitigt, der zeigt, wie es diese Band versteht Metal, Hardcore und Rock zu vereinen, was aber nicht gleichzeitig heißen soll, dass es sich hier um Metalcore handelt. Wäre ja auch viel zu einfach. Vielmehr ist das ganze ein richtiger Tritt ins Gesicht, kaum einzuordnen und auch das vom Label vorgeschlagene „Death Rock“ trifft es nicht ganz, da es hier eine ganze Spur härter zugeht. „Nothing Left For The Vultures“ ist für mich das Beispiel für diese musikalischen „Deutschländer-Würstchen“: Eingängig wie melodischer Metal, intensiv wie Hardcore, groovig wie ein Rocksong eben sein muss. Der Gesang bewegt sich ebenfalls irgendwo zwischen diesen Genres und passt perfekt zum Gesamtsound, jedoch wird fast nie clean gesungen, was ich als sehr angenehm empfinde. Erfreulich ist es für mich zudem, dass die Song emotional und ehrlich die jeweiligen Gefühle repräsentieren. Entfernt erinnert mich das an Disbeliefs neusten Streich „Navigator“, wobei hier der Vergleich nicht auf musikalischer, sondern eher gefühlsmäßiger Ebene gezogen ist. Gewissermaßen schafft man es, alle Einflüsse zusammen zu werfen und sie trotzdem zu überwinden. Den Verdacht, dass irgendwo abgekupfert wurde hört man zu keinem Zeitpunkt. Warum auch? Wer es schafft, selber so rau und trotzdem noch melodisch zu sein, der muss von niemanden klauen, was das zweite große Highlight, das mächtig rockende „Until Death Do Us Apart“ nochmal unterstreicht. Die anderen Song fallen hier im Vergleich glücklicherweise kaum ab, so dass über die gesamte Spieldauer von 36 Minuten kaum Ausfälle vorhanden sind.

Trotzdem hat das Album einen nicht ganz zu unterschätzenden Kritikpunkt, da viele Songs doch recht gleichartig gehalten sind, was auf Dauer ein wenig eintönig wirkt, aber den Spaß an „It’s Your Funeral“ nur geringfügig schmälert. Das gleicht nämlich die riesige Spielfreude, die schon angesprochene gute Produktion und die hohe Emotionalität der Platte wieder aus. NINE zeigen auf ihren aktuellen Album wie gut es doch möglich ist, Hardcore, Metal und Rock zu vereinen ohne an all die ganzen Gruppen zu erinnern, die dieses Unterfangen ebenfalls versuchen. Das macht die Schweden trotz ihres Oldschool-Einschlags erfrischend spritzig und aktuell.

Bewertung: 8 / 10

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