CD-Review: Nine Treasures - Nine Treasures (Re-Release)

Besetzung

Askhan - Gesang, Gitarre
Orgil - Bass, Gesang
DingKai - Schlagzeug
Wiils - Balalaika
Tsog - Morin Khuur

Tracklist

01. Intro
02. Black Heart
03. Tes River's Hymn
04. Sonsii
05. Fable Of Mangas
06. Praise For Fine Horse
07. Azalea
08. The Dream About Ancient City
09. Three-Year-Old Warrior


NINE TREASURES gehören zu den Vorreitern des mongolischen Metal, der sich als Trend-Genre zuletzt immer größerer Beliebtheit erfreut. Die wohl authentischste Form dieser Spielart des Folk-Metal bieten derzeit die aus der Inneren Mongolei stammenden, allerdings in Peking beheimateten NINE TREASURES. Nachdem das Debüt „Arvan Ald Guulin Hunshoor“ und dessen Nachfolger „Nine Treasures“ hierzulande bislang ausschließlich über Bandcamp verfügbar waren, veröffentlichen Einheit Produktionen die beiden Alben nun europaweit auf CD.

„Nine Treasures“ war ursprünglich nur ein Jahr nach dem Debüt von 2012 erschienen – vielleicht erklärt sich so die erneut recht knappe Spielzeit: Wie schon der Vorgänger knackt auch „Nine Treasures“ die halbe Stunde nur gerade so. Stilistisch ist die Weiterentwicklung, die die Band durchgemacht hat, jedoch unüberhörbar: Die Songs klingen ausgereifter, die Instrumente routinierter gespielt, der Sound ist als Ganzes runder und voller. Erneut prägen traditionelle Instrumente wie Balalaika und Morin Khuur, kombiniert mit griffigen Distortion-Gitarren, und der charakteristische Gesang von Fronter Askhan Avagchuud das Gesamtbild. Gerade letzterer hat sich seit dem Debüt merklich gesteigert: Auch die härteren Passagen klingen jetzt im Gesamtkontext stimmig – die (ungewollt) punkige Note ist einem durchweg rockigen Charakter gewichen.

Rockiger sind auch die Riffs – dafür allerdings nicht immer ganz so schmissig wie auf dem Debüt: Bestes Beispiel hierfür ist „Tes River’s Hymn“, das nach einem wirklich coolen Drum-’n‘-Bass-Intro ein waschechtes Rammstein-Riff („Links, 2, 3, 4“) übergebraten bekommt, das nicht so recht zu den später einsetzenden Streichinstrumenten passen will. Ganz allgemein fehlt es „Nine Treasures“ etwas an der Unbefangenheit, mit der die Band auf dem Debüt musizierte: Zwar weiß auch „Nine Treasures“ mit einigen Hits aufzuwarten. Hinsichtlich der Stimmung kann das Album jedoch – allen Verbesserungen und einigen Hits (wie dem extrem eingängigen „Sonsii“) zum Trotz – das Debüt zumindest nicht übertreffen.

Mit „Nine Treasures“ festigen NINE TREASURES ihren Ruf als authentischste Band der Mongolian-Folk-Metal-Bewegung. Nach der starken ersten CD legen NINE TREASURES mit ihrem selbstbetitelten Album einen weiteren Hochkaräter vor, bei dem sich am Ende jedoch die Weiterentwicklungen in Sachen Sound, Arrangement und Gesang mit der verloren gegangenen Unbeschwertheit der Newcomerband die Waage halten. Falsch beraten sind Folk-Fans mit „Nine Treasures“ sicher nicht – wer jedoch musikalische Professionalität nicht vor Dynamik stellt, sollte vielleicht lieber zu „Arvan Ald Guulin Hunshoor“ greifen.

Bewertung: 8 / 10

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