CD-Review: Nine Treasures - Wisdom Eyes

Besetzung

Askhan - Gesang, Gitarre
Orgil - Bass, Gesang
Ding Kai - Schlagzeug
Saina - Balalaika
Tsog - Morin Khuur

Tracklist

01. The Stubborn
02. My Hulunboir
03. Wisdom Eyes
04. The End Of The World
05. Hushuu Child
06. Us
07. Robe Of Prince
08. Don't Want To Dance
09. 10 Years


Nein, unproduktiv waren NINE TREASURES nicht, seit 2013 ihre zweite CD „Nine Treasures“ veröffentlicht wurde: Eine EP, eine Split und ein Live-Album konnten die in Peking lebenden Mongolen ihrer Diskographie seitdem hinzufügen. Dennoch hat das bis dato „aktuelle“ Album mittlerweile vier Jahre auf dem Buckel. Höchste Zeit also, dass NINE TREASURES nun nachlegen – wenn auch vorerst nur mit einer digitalen Veröffentlichung via Bandcamp.

Stilistisch hatten NINE TREASURES ja bereits auf dem Debüt klare Vorstellungen, wohin die Reise gehen soll. Am Grundkonzept des mongolischen Metal mit Balalaika und Morin Khuur als Melodieinstrumenten rütteln NINE TREASURES deswegen verständlicherweise auch mit ihrem dritten Album nicht. Allerdings steht das Werk mit dem etwas kryptischen Titel „Wisdom Eyes“ für eine breitere Stilvielfalt als die Vorgänger: Vom klassischen NINE-TREASURES-Stil ausgehend, weiten die Mongolen ihr musikalisches Spektrum in alle Richtungen aus: So reicht die stilistische Bandbreite diesmal von typischen Folk-Metal-Songs wie dem Titeltrack, dessen „Woohoo“-Refrain gar nicht so weit vom hierzulande zelebrierten Pagan entfernt ist, bis hin zur schlichtweg schönen Ballade „Us“.

Mag der Sound, gerade, was die verzerrten Gitarren angeht, zunächst auch arg steril und künstlich klingen, fügt sich dieser doch gut in die Rolle der Begleitung der im Sound von NINE TREASURES eigentlich zentralen Streichinstrumente, die neben dem Gesang die stetigen Melodieträger sind. Was letzteren angeht, haben sich NINE TREASURES, wie schon zwischen den ersten beiden Alben, nochmal extrem weiterentwickelt: Sowohl Askhan Avagchuuds kehlig-rauher Gesang als auch seine lupenreine Klargesangsstimme (wie in „My Hulunboir“) wissen auf „Wisdom Eyes“ zu beeindrucken.

Am Ende hat „Wisdom Eyes“ vielleicht keine großen Überraschungen zu bieten – dafür viele kleine: Die Stärke des Albums liegt weniger in ausgewählten Hits (obwohl diese auch vorhanden sind) als vielmehr in den unterschiedlichen Facetten, die die Musik der Asiaten zu bieten hat. Bleibt zu hoffen, dass es „Wisdom Eyes“ in absehbarer Zeit auch physisch zu erwerben gibt – das absolut stimmige Artwork hätte es verdient, gedruckt zu werden.

Bewertung: 8.5 / 10

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