CD-Review: Norkh - Tides Of Acid // Piles Of Dirt

  • Veröffentlichung: 2019
  • Label: Bleeding Heart Nihilist
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

Maacki Spheres – Gesang, Schlagzeug
Stefan Laurin – Gesang, Gitarre
Janne Lanhäst – Bass

Tracklist

01. Creatures Of Soil
02. State Of Surveillance
03. Fire Firmament
04. Plague Moon
05. Silicon / Plastic / Glass
06. Patriotic Hordes
07. Circle Of Serpents
08. Black Dreams


Aufstrebend, in Berlin beheimatet und hochmotiviert – so lässt sich mittlerweile branchenunabhängig quasi jeder Pitch beginnen. Ob man damit allerdings NORKH treffend beschreibt, ist mindestens fraglich. Denn auch wenn die Angaben sämtlich korrekt sind, verheißen sie doch etwas weit positiveres, als die Band mit ihrem Debüt „Tides Of Acid // Piles Of Dirt“ liefert.

Die fehlende Positivität ist dabei keineswegs auf die Qualität der Musik bezogen, sondern auf das Gefühl, dass diese dem Hörer vermittelt. Denn qualitativ kann sich „Tides Of Acid // Piles Of Dirt“ definitiv sehen lassen.
Beginnend mit einer einzelnen, leicht dissonanten Gitarren und einem Spoken-Word-Part erinnert der Beginn des Openers „Creatures Of Soil“ mächtig an Mayhems Überalbum „Grand Decleration Of War“. Allerdings nur kurzzeitig, denn sobald Maacki anfängt auf sein Drumkit einzudreschen verwandelt sich die subtil-gefährliche Atmosphäre in pures Aggro-Chaos, wie man es vom Black Metal der zweiten Welle erwartet. Dazu keift der gute Mann sich herrlich die Seele aus dem Leib, Gitarrist Stefan und Bassist Janne steuern einige satte Growls bei. Diese kommen besonders gen Ende des Tracks zum Tragen, wenn NORKH das Tempo verschleppen und in schon fast doomigen Gefilden grooven. Eine äußerst unerwartete, aber gerade deshalb umso tollere Wendung.
In diesem Stile prügeln sich die drei Mannen auch durch den Großteil ihres Debüts „Tides Of Acid // Piles Of Dirt“, immer hin- und herschwingend zwischen Black-Metal-Raserei, leicht dissonanten Riffs und langsameren Passagen. Einziger Wehmutstropfen ist dabei der Umstand, dass man – sobald Maacki mit Schwung auf seine Becken losgeht – vom Rest der Musik kaum noch etwas hört.
Allerdings gibt es immer wieder Momente, die das musikalische Bombardement aufbrechen, etwa der mächtige Death-Metal-Groove zu Beginn von „Fire Firmament“, der dem Hörer den Kopf zum Nicken verleitet. Auch die immer wieder auftauchenden kurzen punkigen Passagen im Schlagzeugspiel tragen zur Auflockerung bei.
Dass die Texte denn ähnlich trostlose Szenarien zeichnen wie die Musik nahelegt verteht sich dabei von selbst. Mal geht es um die komplette Überwachung der Menschen durch den Staat („State Of Surveillance“), tödliche Seuchen („Plague Moon“) oder die Armseligkeit von nationalistischen Vollidioten („Patriotic Hordes“).

Unterm Strich erfinden NORKH mit ihrem Debüt das Rad sicher nicht neu. Wollen sie auch nicht. Brauchen sie auch nicht. Denn was dem Hörer auf „Tides Of Acid // Piles Of Dirt“ geboten wird ist wunderbar patenter Black Metal mit (crust) punkigen Einflüssen und amtlichen Death-Metal-Grooves. Gutes kann so einfach sein.

Bewertung: 7 / 10

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