Review Northern Crown – In The Hands Of The Betrayer (EP)

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Doom Metal

Wenn man sich als Musiker im Metal-Bereich das Pseudonym „Chief Doomologist“ zulegt, wirkt dies auf den ersten Blick sicherlich lächerlich und auch ein wenig verstörend – so wie im Falle der amerikanischen Doom-Band NORTHERN CROWN und ihrem Kopf Zachary Randall, die mit ihrer ersten EP-Veröffentlichung „In The Hands Of The Betrayer“ an den Start gehen. Doch nach den ersten Hördurchgängen kann man sagen, dass die Jungs zwar den Doom nicht revolutionieren, geschweige denn das Nonplusultra dieser Musik darstellen, aber dennoch ein verdammt starkes Stück Metal abgeliefert haben.

Auf der EP sind insgesamt vier eigene Stücke zu finden (inklusive einem Instrumental-Track) sowie eine Cover-Version des Candlemass-Hits „Crystal Ball“ von 1986. Und dieser Song wurde sicherlich nicht ganz zufällig gewählt, klingen die eigenen Stücke doch streckenweise ebenfalls nach dem klassischen Debüt der Schweden. Zu Beginn wäre da beispielsweise das für Doom-Verhältnisse recht flotte, treibende Titelstück, welches sogleich die Stärken von NORTHERN CROWN aufzeigt: simple, aber treffsichere Riffs, ausgefeilte Songstrukturen, hymnenhafte Refrains und den starken Gesang von Frank Serafine, der mich teilweise an Robert Lowe erinnert. Auch das folgende „A Perfectly Realized Torment“ schlägt in dieselbe Kerbe, nimmt aber einiges an Tempo raus, wodurch der Track um einiges packender wirkt. Auch hier weiß der bärenstarke Refrain zu überzeugen. Den eigentlichen Höhepunkt haben sich NORTHERN CROWN aber für den Schluss aufgehoben. „To Thee I Give An Orchid“ ist ohne zu übertreiben eines der stärksten Genre-Stücke jüngerer Zeit und fährt sämtliche Geschütze auf. Neben Hammond-Orgeln, Keyboards, filigranen Leads und Soli sowie den wiederum gänsehautreifen Gesangslinien machen insbesondere die ruhigen Instrumental-Parts aus diesem Song ein atmosphärisches Highlight, welches man als Fan dieser Musik unbedingt gehört haben sollte.

Bezüglich der Cover-Version ließe sich noch sagen: Gute Interpretation, aber erwartungsgemäß nicht besonders originell oder gar an das Original herankommend. Dennoch zeigen NORTHERN CROWN auf dieser 31-minütigen EP bereits, mit was für tollen Momenten wir in naher Zukunft vielleicht rechnen können – sollte sich das erste Album auf dem Niveau von „To Thee I Give An Orchid“ befinden.

Keine Wertung

Publiziert am von Sebastian Ostendarp

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