NOVEMBERS DOOM legen mit „Major Arcana“ ihr zwölftes Album in mittlerweile 36 Jahren Bandgeschichte vor. Aus dem Doom/Death Metal kommend, hat sich die Band längst im weiten Feld des Dark Metal etabliert. „Nephilim Grove“ von 2019 führte neben Gothic- auch Progressive-Elemente ein, während „Major Arcana“ 2025 insgesamt zugänglicher ausfällt.
Nach dem atmosphärischen Intro „June“ eröffnet der Titeltrack hymnisch und wirkt deutlich offener und weniger schwer als der Vorgänger. Riffs und Schlagzeug treiben souverän voran und bieten ein solides Fundament für Paul Kuhrs Vocals zwischen Growls und Klargesang, dessen Höhen allerdings stellenweise etwas nachbearbeitet klingen. Ein starkes Gitarrensolo sorgt für zusätzliche Dynamik. „Ravenous“ bietet danach einen markanten Gegenpol: Grooviger Death-Doom, melodisch wie wuchtig und dunkel, stellt eines der absoluten Album-Highlights.
„Mercy“ fällt im direkten Vergleich spürbar ab. Den soliden Arrangements fehlt es an Eingängigkeit und auch ein weiteres Intermezzo an der Gitarre kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein prägender Aufhänger ausbleibt. Wesentlich stärker präsentiert sich „The Dance“: Tightes Riffing, eingängige Leads und markante Gesangslinien machen den Song zu einem der griffigsten der Platte.
Dass NOVEMBERS DOOM treibende Riffs mit subtiler Eingängigkeit verbinden können, zeigt auch „Dusking Day“. Abwechslungsreiche Gitarrenläufe und dynamische Drums verleihen dem Stück zusätzliche Wucht, während Kuhr gesanglich glänzt. Ein Höhepunkt ist das Finale „XXIII“: epische Harmonien, vielschichtiges Schlagzeugspiel und stimmige Leads sorgen für einen kraftvollen Abschluss mit Gänsehautmomenten.
Schade nur, dass nicht alle Songs dieses Niveau halten. Stücke wie „The Fool“ oder „Chatter“ sind solide, bleiben aber im sicheren Genre-Rahmen und lassen die zündenden Ideen vermissen.
Major Arcana“ bietet zweifellos einige herausragende Höhepunkte und beweist, dass NOVEMBERS DOOM auch 2025 noch packende Songs voller Atmosphäre erschaffen können. Gleichzeitig unterliegt das Album jedoch wiederholt dem soliden, aber unspektakulären Genre-Mittelmaß.
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Wertung: 7 / 10


