Review Nunslaughter – Satanic Chaos Legion

NUNSLAUGHTER aus Cleveland gehören seit fast vier Jahrzehnten zu den unermüdlichsten Institutionen des extremen Metal – berüchtigt für eine schier endlose Flut an Splits, EPs und Livemitschnitten, aber deutlich sparsamer, wenn es um vollwertige Studioalben geht. Mit „Satanic Chaos Legions“ liefert die Band um Frontmann Don of the Dead nun erst ihr sechstes reguläres Album ab – zugleich ihr erstes beim neuen Label BLKIIBLK.

Klanglich bleibt sich die Band treu: Vierzehn Songs, die meisten kaum über zwei oder drei Minuten hinauskommend, ergeben einen kompromisslosen Rundumschlag aus altem Death Metal, thrashigen Riffs und einer punkig-grindigen Attitüde. Die Produktion wirkt bewusst schmutzig und ungeschönt, fast so, als hätte man die Aufnahme direkt aus dem Proberaum mitgeschnitten – das verleiht dem Album eine unmittelbare, erdige Härte. Schlagzeuger Wrath treibt das Tempo mit technisch versierten, thrashigen Parts und dichten Blastbeats voran, während der Bass ungewöhnlich deutlich hörbar ist und dem Sound zusätzliche Wucht verleiht.

Der Titeltrack eröffnet das Album mit groben, kompromisslosen Riffs und stampfendem, fast archaisch wirkendem Schlagzeugspiel, bevor „Jesus Fucking Dies“ in ähnlichem Tempo nahtlos anschließt – beide Stücke werfen den Hörer ohne Umschweife in die typische anti-religiöse Grundhaltung der Band. „Unsacrament“ und das grindige „Peukharist“ verbinden rohe Old-School-Death-Riffs mit einer punkigen Schroffheit, wie man sie aus dem klassischen Horror-Punk kennt. „Cathedral Of Stench“ setzt dagegen auf einen düsteren, etwas atmosphärischeren Groove, bevor der Track in die volle Raserei von „Listen To The Lies“ übergeht. Besonders gelungen ist „Lucifer The Light“: Hier verlässt die Band kurz die reine Anti-Christentum-Rhetorik zugunsten der Luzifer-Mythologie, musikalisch unterlegt mit chaotischen, fast schon grindcore-typischen Riffkaskaden. Kurze, kompromisslose Nummern wie das kaum minutenlange „Infernal Reign“ und der Closer „The Spear Of Satan“ unterstreichen das durchgehend hohe Tempo, mit dem das Album ausklingt.

Inhaltlich bleibt man sich treu: Songtitel wie „Rotten Messiah“ oder „Christian Ruse“ lassen keinen Zweifel daran, wessen Geistes Kind diese Band ist – Subtilität war für NUNSLAUGHTER nie das Ziel. Wer Überraschungen oder eine klangliche Weiterentwicklung erwartet, wird enttäuscht: Die Band zelebriert hier eher eine Art rituelle Selbstbestätigung als einen künstlerischen Fortschritt.

In der Diskographie der Band reiht sich „Satanic Chaos Legions“ damit folgerichtig ein: kein Neuanfang, sondern die konsequente Fortsetzung dessen, was NUNSLAUGHTER seit den 1980ern predigen – kompromisslos, schnell, roh und unverkennbar. Für treue Fans dürfte das Album genau das liefern, was sie erwarten; wer nach Innovation sucht, sollte anderswo suchen. Als reine Materialschlacht aus Wut, Tempo und altbewährtem Death-Thrash-Schema funktioniert die Platte dennoch hervorragend.

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Wertung: 7.5 / 10

Christoph Emmrich

Publiziert am von

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