CD-Review: Onirism - Sun

Besetzung

Antoine Guibert - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. Floating
02. To The Unknown
03. Heart Of Everything
04. Attraction
05. Sun


Epic Symphonic Black Metal hatte sich das Ein-Mann-Projekt ONIRISM von Antoine Guibert aus Nantes, Frankreich von Beginn an auf die Fahnen geschrieben. Doch mit der neuen EP „Sun“ soll sich das ändern. Mehr Ambient und hauptsächlich elektronische Klänge bieten die fünf Songs in knapp 33 Minuten. Die Texte handeln von einer speziellen Reise durch den Kosmos hin zur Sonne, dem Ursprung allen Lebens. Beides keine neuen Herangehensweisen, aber es kommt ja vorrangig auf die Umsetzung an.

Bereits das sphärische und von spirituellen Klängen angehauchte Intro positioniert sich zwischen Ambient und New Age, leichte Chöre unterlegen den Titel stellenweise und geben einem das Gefühl frei im Weltraum zu schweben. Abgesehen von diesem Stück und dem vierminütigen „Attraction“ bewegen sich die weiteren Songs zwischen acht und zehn Minuten Laufzeit. Das lässt viel Raum für die weitreichenden Kompositionen und ermöglicht es ONIRISM die Klangkonstrukte langsam aufzubauen und bestimmte Soundstrukturen zugunsten der Atmosphäre in die Länge zu ziehen. Der Beginn der EP, der stark an die Sampler der weltberühmten Buddha Bar erinnert, täuscht aber. Der Black Metal wurde nämlich nicht vollständig aus dem Konzept verbannt.

„To The Unknown“ oder „Heart Of Everything“ liefern harsche Gitarren und keifende Screams, die aber im Vergleich zu den Keyboards und Synthesizer-Flächen eher im Hintergrund oder auf gleicher Höhe agieren. Und hier mangelt es auch gelegentlich an der eingangs erwähnten Umsetzung: Wenn die brachialen Parts in das Geschehen eingebunden werden, dann entsteht ein wirrer und kaum zu differenzierender Soundbrei, der den Spaß am Hören deutlich schmälert. Die Post-Rock-Einschübe mit seichteren Gitarrenläufen und fast lieblichem Drumming stellen sich als besserer Partner für das elektronische Grundkonstrukt heraus.

Die Grundidee symphonischen Black Metal mit Ambient zu verschmelzen ist sicherlich keine schlechte, jedoch schafft es ONIRISM nicht diese Mischung auf gleichbleibendem Niveau anzubieten. Gerade die schnelleren und roheren Passagen möchten nicht so recht ins Gesamtbild passen, noch dazu ist die Produktion dafür zu verwaschen geraten. Der Fokus auf die ruhigen Momente hätte „Sun“ deutlich besser gestanden. In diesem Schmelztiegel diverser Genres gibt es sicherlich spannendere und hörenswertere Bands.

Bewertung: 5 / 10

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