Die 2015 in São Paulo gegründete Melodic-Black-Metal-Band OUTLAW blickt nach zehn Jahren ihres Bestehens bereits auf vier Alben, eine EP und mehrere Singles zurück. Die Formation konnte sich bereits die Bühne mit Größen wie NAPALM DEATH, HERETOIR und GAEREA teilen und wird im November für drei Shows gemeinsam mit den deutschen Black-Metallern GROZA unterwegs sein. Solche Gelegenheiten kommen natürlich nicht von ungefähr – konnten OUTLAW doch seit ihrer Gründung eine konsequente Steigerung ihrer musikalischen Qualität erreichen. Zuletzt stellten sie das mit „Reaching Beyond Assiah“ (2023) eindrucksvoll unter Beweis. Nun steht der Nachfolger „Opus Mortis“ bereit.
Mit dem Start der Platte entfesselt die Band direkt ein melodisches Hochgeschwindigkeitsgewitter an allen Fronten. „Blaze Of Dissolution“ huldigt den schwedischen Vorreitern gerade so elegant, dass man sich wohlig an Gruppen wie DISSECTION und WATAIN erinnert fühlt, ohne das Schaffen von OUTLAW als plumpe Kopie zu empfinden. Diesen Standard kann die Band auch auf „Through The Infinite Darkness“ halten, wo NAGLFAR zwar als kleine Reminiszenz durchscheinen, das dynamische Songwriting bei gleichbleibender Melodik jedoch einen ganz eigenen Fußabdruck in den Morast des Melodic-Black-Metal-Genres setzt.
Was OUTLAW außerdem hervorragend beherrschen, ist, der konventionellen Wut und Bösartigkeit ihrer Musik – etwa in „A Million Nights“ – etwas fast schon Theatralisches beizufügen. So türmen sich nicht selten große Gitarrenwände vor der Hörerschaft auf, begleitet von furiosen Drums und geschmeidigen Soli.
Unterfüttert wird diese Formel mit schmissig-rhythmischen Kompositionen und klirrend kalten Keyboards, sodass ein Titel wie „Those Who Breathe Fire“ keine Wünsche für den geneigten Schwarzwurzelfreund offenlässt. Mit dem Album-Closer „Ruins Of Existence“ kombinieren OUTLAW schließlich noch einmal alles, wofür sie stehen. Zwischen getragenen Melodien und rasendem Tempo gibt sich die Band so authentisch wie leidenschaftlich. Anklänge von Schwermut durch ein sanftes Keyboard-Outro sind dabei ebenso stimmig wie konsequent.
OUTLAW haben mit „Opus Mortis“ nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren. Die Formation aus São Paulo bestätigt sich mit ihrem neuen Album als verlässliche Adresse für jeden Freund melodischen Black Metals. „Opus Mortis“ lebt von Abwechslungsreichtum, der richtigen Dosis Raserei und – dem Genre gemäß – einer Palette großer Melodien. Einzig der etwas verwaschene Schlagzeugsound, speziell das Ungleichgewicht zwischen dominanter Bass-Drum und schwacher Snare, schmälert auf Dauer das Hörerlebnis. Davon abgesehen ist OUTLAW mit „Opus Mortis“ ein Glanzstück ihres Fachs gelungen.
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Wertung: 8.5 / 10

