Review Pagan – Black Wash

Das hier wird eine schwarze Messe – simpel und doch eindeutig zeigt sich das Artwork des Debüts „Black Wash“ von PAGAN. Die Australier selbst bezeichnen ihren Stil als Blackened Rock & Roll, der hauptsächlich auf Hardcore basiert, aber auch Black Metal, Punk und Rock’n’Roll einbindet. Diese vielleicht nicht neue, aber doch wahnwitzig klingende Genre-Mixtur könnte sich als chaotischer Rohrkrepierer, aber auch als genialer Geniestreich herausstellen. Dies gilt es im Folgenden zu klären.

Nach dem kurzen Intro „Il Malocchio Si Apre“ (deutsch: „Der böse Blick öffnet sich“), welches bereits die Kraft in Nikki Brumens Stimme erahnen lässt, rocken PAGAN mit der Single „Death Before Disco“ richtig los: Hardcore-Vocals treffen auf melodische Punk-Gitarren, Sludge-Riffs und variables Drumming. Ein mitreßender Einstieg, der Lust auf mehr macht. Die Black-Metal-Anteile kommen auch immer wieder zum Vorschein, allerdings vornehmlich im Gesangs-Bereich und auch nur für kurze Sequenzen. Obwohl der Grundstil von PAGAN unverkennbar bleibt, so umschiffen sie aufkommende Langeweile mit frischen Einwürfen.

„Imitate Me“ baut einen wütenden Mittelteil auf, der in den Death Metal reicht und setzt ebenso auf Gangshouts. Dagegen ist „Blood Moon“ von düsterer Atmosphäre geprägt und beweist, dass PAGANs Musik auch dann gut funktioniert, wenn das Tempo der vorherigen Songs herausgenommen wird.  „The Greatest Love Songs“  erinnert an eine härtere Version der belgischen Punker Brutus. Schlussendlich ist der Hass in „Il Malocchio Si Chiude“ (deutsch: „Das böse Auge schließt sich“) federführend, die Messe erfolgreich verlaufen und leider endet das Album mit diesem Titel bereits knapp 38 Minuten, die wie im Flug vergangen sind.

Experiment geglückt! PAGAN haben mit „Black Wash“ ein genügend abwechslungsreiches, energiegeladenes  und schlüssiges Debüt geschaffen. Der Black Metal könnte noch etwas intensiver in das Geschehen verwoben werden, aber vor allem Frontfrau Nikki Brumen keift und ätzt, dass es eine wahre Freude ist. So erinnern die Australier an die bereits viel gepriesenen Kvelertak oder auch Kylesa, denen sie sich mit diesem Release locker entgegenstellen können. Mit dieser Klasse werden sich PAGAN sicherlich etablieren.

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von Christian Denner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.