CD-Review: Paris Street Rebels - I Don't Wanna Die Young/Freakshow AA Side

Besetzung

Grant ‘G’ Malcolm – Gesang, Gitarre
Kevin Murphy Jnr – Gesang, Gitarre
Jordan ‘Jazz’ McLean – Bass, Gesang
Cameron ‘Cammy’ Gaudin – Schlagzeug

Tracklist

01. I Don't Wanna Die Young
02. Freakshow


Irgendwie hat der Punk in den letzten Jahren immer mehr an Biss verloren. Einstige deutsche Größen wie Turbostaat, Donots, Betontod oder Radio Havanna ergeben sich mehr und mehr dem Mainstream und füllen damit immer größere Hallen. Aber auch international sieht es mit kantigen, unbequemen und rotzigen Punk-Bands nicht erst seit Pop-Punk-Auswüchsen wie Fall Out Boy oder Good Charlotte mau aus. Lediglich einige wenige unverwüstliche Szene-Ikonen wie Strike Anywhere, Propagandhi oder Anti-Flag stehen für modernen aber dennoch ehrlichen Punk. Mit den PARIS STREET REBELS kommt nun endlich mal wieder eine vielversprechende junge Band aus dem Mutterland des Punk, wenngleich die Jungs anscheinend auch einen gewissen Hang zu Frankreich haben.

Zwar gibt es bis dato noch kein Album der Band, aber zumindest veröffentlichen die PARIS STREET REBELS seit ihrer Gründung 2017 immer wieder Singles und EPs. In diesem Fall handelt es sich bei „I Don’t Wanna Die Young/Freakshow AA Side“ wie der Titel schon vermuten lässt um eine zwei Tracks umfassende EP. In bester Punk-Manier behandelt die Band in ihren Texten nicht etwa belanglose Themen, sondern befasst sich auf der aktuellen EP mit Schizophrenie, Selbstmord, Depressionen, geistigen Erkrankungen im allgemeinen und deren Rolle in gängigen Rock ’n‘ Roll-Mythen bzw. Klischees. Auch die moderne Konsum- und Hipster-Gesellschaft kriegt ihr Fett weg, womit PARIS STREET REBELS gleich eines klar machen: Sie wollen sich nicht an den Durchschnitts-Alternative-/Indie-Hörer anbiedern. Die Briten wollen polarisieren und aus dem Schema fallen und das tut dem Punk-Genre mehr als gut.

Rein musikalisch orientieren sich PARIS STREET REBELS ganz klar an den Urvätern des Punk und verarbeiten Einflüsse von Bands wie The Clash, Ramones, The Stooges, Oasis oder The Kinks. Dabei wird aber nichts glattgebügelt oder beschönigt, die Riffs klingen roh, rotzig und sehr nach Vintage. Klar folgen die Jungs damit dem Retro-Trend, klingen aber trotzdem eigenständig genug, um nicht wie eine Coverband zu klingen. Hinzu kommen die charakteristischen Stimmen der Sänger Grant ‘G’ Malcolm und Kevin Murphy Jnr, die irgendwo zwischen total gestört, verzweifelt und kratzig liegen.

Wer Punk mag sollte PARIS STREET REBELS definitiv im Auge behalten. “ I Don’t Wanna Die Young/Freakshow AA Side“ klingt nicht revolutionär oder neu, sondern spielt die großen Stärken des englischen Punk aus. Zeit, dass endlich wieder mehr Künstler Bock auf guten, ehrlichen Punk bekommen.

 

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