CD-Review: Pestilence - Testimony Of The Ancients

Besetzung

Patrick Mameli - Gesang, Gitarre
Tony Choy - Bass
Marco Foddis - Schlagzeug
Patrick Uterwijk - Gitarre

Tracklist

01. The Secrecies Of Horror
02. Bitterness
03. Twisted Truth
04. Darkening
05. Lost Souls
06. Blood
07. Land Of Tears
08. Free Us From Temptation
09. Prophetic Revelations
10. Impure
11. Testimony
12. Soulless
13. Presence Of The Dead
14. Mindwarp
15. Stigmatized
16. In Sorrow


Vorweg ist zu sagen, dass PESTILENCE die wohl unterbewerteste Band ist, die jemals im Tech-Death-Bereich agierte – und nur, weil die Herren aus den Niederlanden stammen, heißt das noch lange nicht, dass das nicht ungerecht ist. Denn im Gegensatz zum Vorgänger „Consuming Impulse“ kommt „Testimony Of The Ancients“ nicht nur mit einer Vielzahl von Killerriffs daher, sondern auch schon mit leicht progressiven Seiten.

Das mag jetzt einige vielleicht gar nicht so verwundern, wenn man hört, dass Tony Choy mitgewirkt hat. Ja, der Tony Choy, der schon bei Atheist oder Cynic spielte. Aber zurück zu eben jener Technical-Death-Metal-Band, die sich durch schnelle Apreggio-Riffs und Death-untypischen Elementen einen Namen gemacht hat: PESTILENCE.

16 Songs beinhaltet der Silberling, das sind in dem Fall immerhin 43 Minuten. Aber keine Angst – das heißt nämlich nicht, dass jeder Song nur zwei bis drei Minuten lang ist, sondern dass nach jedem Song mit einer ungeraden Tracknummer ein kurzer „Übergangs-Song“ kommt. Übergang deshalb, weil sich die Herren um Patrick Mameli wohl im Studio langweilten und die Tracks dahingehend abrunden wollten, dass ein annähernd perfekter Übergang zwischen den Hauptstücken geschaffen wird. Ausserdem kann man sich bei den halbminütigen Tracks wunderbar ausruhen, denn danach heißt’s dann wieder Mähne schütteln.

Dargeboten wird hauptsächlich eine Mischung aus Thrash und Death Metal. Die Stimme kann man sich als eine Art Mischung aus John Tardy (Obituary) und Chuck Schuldiner (Death) vorstellen. Die Drums sind meist treibend und daher sollte man auch einige Dehnungsübungen machen, bevor man der CD lauscht. Vom musikalischen her könnte man Pestilence nicht wirklich beschreiben, aber ich versuch‘ es dennoch! Sepultura trifft auf Slayer, Morbid Angel, Sadus und zu guter letzt kommt wohl noch eine kleine Prise Celtic Frost mit hinein. Ihr habt keine Vorstellung, wie das klingen soll? Nun, vielleicht stellt ihr euch einfach ein Thrash-Album vor, dass Groove, mörderische Riffs, ab und zu hymnische Melodien und eine dermaßen geile Stimme hat wie ihr es in dieser Formation noch nicht kennt. Als Anspieltipps empfehle ich „Prophetic Revelations“, „Presence Of The Dead“ und das herausragende „Twisted Truth“.

PESTILENCE, zu Deutsch „Seuche“ oder „Pest“, sind eben, wie dieser kleine Ausflug in den Englisch-Unterricht schon sagt, eine Plage. Man wird davon befallen und kriegt es nie wieder aus eurem Gehör.

Bewertung: 9 / 10

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