Pillaging Villagers self-titled Coverartwork

Review Pillaging Villagers – Pillaging Villagers

Fenster auf, hier kommt frischer Wind! PILLAGING VILLAGERS ist das Soloprojekt des US-Musikers David Frazer, der offenbar keine Lust auf ausgelatschte Pfade hat. Das selbstbetitelte Debütalbum bietet eine wilde Mischung aus Folk, Melodic Death Metal, Thrash Metal und Punk. Das liest sich auf dem Papier wie großes Chaos, entpuppt sich aber als äußerst spaßiger und mitreißender Genremix.

Von der ersten Sekunde an ist dabei klar, in welche Richtung es geht: kein Intro, keine Eingewöhnungsphase, kein langsamer Aufbau. Mit „Wretched Of The Earth“ gehen die PILLAGING VILLAGERS gleich in die Vollen und schmeißen mit schnellen Riffs, eingängigen Melodien und flotten Rhythmen um sich. Frazer singt und keift aggressiv dazu, und sowohl er als auch das instrumentale Grundgerüst sprühen nur so vor Energie.

„We are rich in bonds of friendship and the brotherhood we share / So gather ‘round my lads and sing, your cherished loved ones by your side.“ Diese Textzeilen aus dem Opener machen direkt deutlich, worum es bei PILLAGING VILLAGERS geht: um Party, Spaß und Zusammenhalt. Die knapp 40-minütige Sause ist dabei nie so wütend und böse wie der angriffslustige Mob auf dem Cover-Artwork, abgesehen davon passt die Schwarz-Weiß-Zeichnung aber gut zur Musik: „Pillaging Villagers“ geht stets erbarmungslos nach vorne und hat gleichermaßen immer eine thrashige Grundaggressivität sowie Punk-Attitüde. Der Folk-Anteil zeigt sich vor allem in den Dudelsack-Melodien.

Das Album ist durchgehend rasant, die Amerikaner treten fast nie auf die Bremse und knüppeln zumeist im brachialen Uptempo durch die Gassen. Das achtminütige „The Crisis“ hat jedoch durchaus auch langsamere Passagen, „Ready To Die“ bietet nach finsterem Black-Metal-Intro sogar einen gemächlichen Schunkelrefrain. Fast alle Tracks, „The Emperor“ und „Burn The Monastery“ als Beispiel, sind schnelle Folk-Punk-Thrash-Nummern mit tanz- und moshpit-tauglichen Strophen sowie mitreißenden Männerchören in den Refrains.

PILLAGING VILLAGERS erfreuen mit einer unverbrauchten, frischen Genremischung und machen mit ihrem Debütalbum viel Spaß. „Pillaging Villagers“ zu hören fühlt sich ein bisschen so an, wie bei einem großen Festival zwischen den Bühnen zu stehen. Auf einer Bühne spielt Ensiferum, auf der nächsten die Dropkick Murphys und wieder auf der nächsten Alestorm, während aus dem Boxen am Schnapsstand am Eingang Children Of Bodom dröhnt. Nur ist „Pillaging Villagers“ kein unkontrolliertes Chaos, sondern Chaos mit Sinn und Verstand – und ein großer Spaß.

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Wertung: 8 / 10

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