CD-Review: Plutonyan - Doxa (EP)

Besetzung

Alboin – Gesang, Gitarre, Bass
Marlek – Schlagzeug, Gesang
D. – Synthesizer

Tracklist

01. I.II [Ihr die viel sprecht und niemals hört]
02. I.II [Von gutem Willen sprechen wir]


Viele Bands bedienen sich für ihr erstes Lebenszeichen des Formats der EP – für Eïs markierte es hingegen ein vorläufiges Ende. Nach „Stillstand und Heimkehr“ (2018) legten die renommierten deutschen Black-Metaller sich 2019 selbst auf Eis. Für zwei ihrer Mitglieder sollte der Winterschlaf jedoch nur von kurzer Dauer sein. Sie gründeten mit einem bei Der Rote Milan und Stellar Master Elite aktiven Mitmusiker ein neues Projekt: PLUTONYAN. Wie es schon der außerweltliche Bandname und das die Voyager-Weltraummission thematisierende Textkonzept ihres Debüt-Kurzalbums andeuten, spielt die Band auf „Doxa“ eine Mischung aus elektronischer Musik und schwarzem Metal, auch bekannt als Space Black Metal.

Von dem schon längst etablierten Stil genreprägender Bands wie Darkspace wollen PLUTONYAN, die die EP in freigeistiger DIY-Manier auf sich gestellt, möglichst analog und mit wenig Techniktrickserei aufgenommen haben, sich zwar distanzieren. Eine gewisse Ähnlichkeit zu der Klangästhetik der Schweizer*innen lässt sich indes nur schwer von der Hand weisen.

Insbesondere „I.I [Ihr die viel sprecht und niemals hört]“ stützt die Assoziation mit seinen wuchtig hämmernden Gitarren, Blast-Beats, spacigen Synthesizern und Samples. Im Gegensatz zu Darkspace steht der markige Schreigesang bei PLUTONYAN jedoch mehr im Vordergrund, Industrial und Ambient liegen hingegen außerhalb ihres musikalischen Sonnensystems und die organische Produktion kommt nicht ganz so grob und schroff daher.

Eine überraschende Wendung nimmt „Doxa“ im Anschluss mit „I.II [Von gutem Willen sprechen wir]“. Hier warten PLUTONYAN plötzlich mit treibendem Black ‘n‘ Roll und einem fetzig-rockigen Solo auf, ehe Synthesizer und Electro-Beats erneut kosmische Vibes ausstrahlen. Die beiden Tracks, die es zusammen auf eine Gesamtlänge von circa 12 Minuten bringen, unterscheiden sich folglich deutlich voneinander, teilen aber noch genug Charakteristika, um sich nicht zu sehr voneinander abzustoßen. Für sich genommen sind beide gut gelungen, mögen PLUTONYAN die Black-Metal-Welt darin auch nicht aus den Angeln heben.

Ob PLUTONYAN zu einem konsistenten und eigenständigen Projekt heranwachsen werden, muss sich erst noch weisen. Wie schon Eïs machen die Deutschen auf ihrer Einstandsveröffentlichung nichts fundamental Neues. Auch trumpft „Doxa“ weder mit der schieren Intensität von Der Rote Milan noch mit einem experimentellen Ansatz wie Stellar Master Elite auf. Nichtsdestoweniger haben PLUTONYAN damit eine mehr als solide erste EP kreiert. Kompositorisch und soundtechnisch sind die beiden Stücke bis auf den vielleicht eine Spur zu leise abgemischten Gesang tadellos ausgereift und ein paar Überraschungen hat die Band durchaus in petto. Fans von extraterrestrischem Black Metal kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Eïs-Liebhaber*innen, die über deren Ruhepause hinweggetröstet werden wollen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Keine Wertung

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: