CD-Review: Primal Attack - Heartless Oppressor

Besetzung

Pica – Gesang
Miguel – Gitarre
Tiago – Gitarre
Miranda – Bass
Mike – Schlagzeug

Tracklist

01. Red Silence
02. Halfborn
03. The Prodigal One
04. Truth And Consequence
05. Strike Back
06. Heart And Bones
07. Hypersonic Generation
08. Above The Live
09. XXI Century Curse


PRIMAL ATTACK – der Name klingt modern, nach viel Energie und nach Thrash Metal. Besser könnte er also nicht zu PRIMAL ATTACK aus Portugal passen: Denn genau das ist hier Programm. Nach ihrem Debüt „Humans“ (2012) liefert die Band nun mit „Heartless Oppressor“ ihr nächstes Werk ab – und soviel sei vorweggenommen: Das Album ist seine Spielzeit mehr als wert!

Über knapp 40 Minuten hinweg demonstrieren PRIMAL ATTACK auf ihrem zweiten Album nämlich vor allem eines: Dass Thrash Metal keinesfalls eintönig klingen muss. Im Gegenteil: Mal klingt die Bosartigkeit des Black Metal durch, mal der Druck des Death Metal. Bisweilen lassen PRIMAL ATTACK progressive Anleihen einfließen und eigentlich ausnahmslos jedes Riff hat extrem viel Groove, den sie in geschickt eingesetzten Breakdowns nochmal steigern. DevilDriver, Exodus, Five Finger Death Punch, Daath, Chimaira, Gojira, Slipknot… die Liste der Bands, an die man in einzelnen Momenten erinnert wird, ließe sich wohl noch ziemlich lange weiterführen. Fakt ist aber: Bei all dem bleiben es immer nur kurz aufblitzende, flüchtige Parallelen. Denn am Ende klingen PRIMAL ATTACK vor allem nach PRIMAL ATTACK, und das ist im Thrash Metal die vielleicht höchste zu erringende Auszeichnung. Zumindest, wenn das dann auch bedeutet, dass das Resultat nicht nur individuell, sondern auch gut klingt. Auch dieses Kriterium erfüllt „Heartless Oppressor“: Denn mit überraschendem Geschick vereinen PRIMAL ATTACK alle Elemente zu einem vielseitigen, dabei aber überraschend homogenen Klangbild: Dominiert vom knackigen Riffing, dem griffigen Gesang und gelegentlichen Soli ist die Band dabei nicht so weit vom Genre-Standard-Rezept entfernt, dass „Heartless Oppressor“ nur für Nerds und Freaks ein Hörerlebnis darstellt – ganz im Gegenteil: Das Album macht auf einer ganz simplen Mitnick-Ebene ebenso viel Freude wie beim aktiven Mitdenken der Kompositionen.

Dass „Heartless Oppressor“ etwas basslastiger ausfällt als das gemeine Thrash-Album, ist in Anbetracht der Mannigfaltigkeit der Einflüsse schnell keine Überraschung mehr – musikalisch jedoch haben PRIMAL ATTACK bis zum letzten Song, dem progressiv angehauchten „XXI Century Curse“ massig Überraschungen auf Lager. Wer sich schon seit Jahren darüber ärgert, dass selbst alle jungen Thrash-Bands nur wie der zehnte Aufguss des schon vor zehn Jahren nicht mehr taufrischen Genre-Konzepts klingen, sollte sich von PRIMAL ATTACK das Gegenteil beweisen lassen.

Bewertung: 8.5 / 10

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2 Kommentare zu “Primal Attack – Heartless Oppressor”

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