CD-Review: Process Of Guilt - Black Earth

Besetzung

Hugo Santos – Gesang
Nuno David – Gitarre
Custódio Rato – Bass
Gonçalo Correia – Schlagzeug

Tracklist

01. (No) Shelter
02. Feral Ground
03. Servant
04. Black Earth
05. Hoax


Neu im Geschäft sind PROCESS OF GUILT lange nicht mehr: Vor 15 Jahren gegründet, haben die Portugiesen bereits drei Studioalben und zwei Split-EPs herausgebracht. Ausnahmslos starke Veröffentlichungen, sei an dieser Stelle bereits angemerkt. Mit „Black Earth“ legt das Quartett nun nach und sein viertes Album vor und lässt damit qualitativ erneut keine Wünsche offen.

Im Bereich des düster-dreckigen Metal, zwischen Sludge, Death-Doom und Noise, bewegen sich PROCESS OF GUILT ausgesprochen elegant: Massive Riffs, vehementes Drumming und der kraftvolle Gesang von Hugo Santos – was man sich von Musik dieses Genres erwartet, findet sich auch in der Musik der Band aus Évora. Und das überaus geschickt arrangiert.

Das Monumentale aus dem Sound von Neurosis (unter anderem in „(No) Shelter“) findet sich hier ebenso wie die Düsternis der Death-Doomer Omega Massif und der Purismus der deutschen Dreckschleuder Valborg („Feral Ground“, „Black Earth“). Gerade der knapp 12-minütige Titeltrack beweist eindrucksvoll, wie energiegeladen auch schleppend langsame Musik sein kann: Während die Gitarren zäh wie Teer aus den Boxen tropfen, sorgt das Schlagzeugspiel für die Dynamik, der Gesang für die Emotion. Das Ergebnis ist ein so düsteres wie packendes Stück Musik. Wer 12 Minuten kann, kann auch weniger – insofern ist es kein Wunder, dass die restlichen vier Stücke, wie das etwas differenziertere, transparenter arrangierte „Servant“ oder das eher verschwommen dahinwabernde „Hoax“ zu gefallen wissen.

Dass all das so gut funktioniert, ist nicht zuletzt Verdienst der involvierten Tontechniker, Andrew Schnider (Mix) aus New York, der bereits für Unsane, Julie Christmas, Cave In und Rosetta tätig war, sowie Collin Jordan vom The Boiler Room LLC – Music Mastering in Chicago, der schon Wovenhand, Eyehategod oder Minsk zu einem druckvollen Master verholfen hat. Das Resultat ihrer Arbeit kann sich auch diesmal hören lassen: So dreckig und zugleich klar, wie „Black Earth“ aus den Boxen schallt, muss man ein Album erst einmal produzieren können.

„Black Earth“ klingt trotzig und roh, aber auch emotional aufgeladen und tiefgründig. Damit gelingt es PROCESS OF GUILT, sich weit vom durchschnittlichen Slduge-Drone-Doom-Gedöns, bei dem es vor allem brummt und wumst, abzuheben: Vergleiche zu Bands wie den genannten Neurosis, Omega Massif und Valborg, aber auch Isis oder Cult Of Luna sind da keinesfalls vermessen.

Bewertung: 8 / 10

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