Review q-box – Black Orleans

  • Label: Hell Awaits
  • Veröffentlicht: 2015
  • Spielart: Hard Rock

Q-BOX stammen aus dem ansonsten nicht sonderlich bekannten Ort Pentenried bei München. Von dort aus versorgen sie uns seit 2001 mit ihrer ganz eigenen Mischung aus modernem Hard Rock, Alternative und Stoner Rock – eine Mischung, die sie für jedes Album stets neu justieren. Für den 2015er-Schlag „Black Orleans“ haben sie sich zudem professionelle Unterstützung mit ins Boot geholt: Produzent Christoph Beyerlein hatte schon bei Fiddler’s Green und J.B.O. seine Finger an den Reglern.

Und das hört man. Denn was sofort auffällt, ist die wuchtige, satte Produktion von „Black Orleans“. Hier wurde wirklich astreine Arbeit geleistet, insbesondere, wenn man bedenkt, dass Q-BOX kein Major Act mit riesigem Budget sind. Aber auch die Band weiß auf dem Album eine gute Performance abzuliefern. Das gilt ganz besonders für die präsente Rhythmus-Fraktion, deren eingespielte Arbeit über die gesamte Länge der Scheibe den Blutdruck oben hält.

Bemerkenswert geschickt ist zudem die Stellung der Songs auf dem Album geraten: Sie vermitteln dem Hörer nämlich mehr Abwechslung als das Material eigentlich hergibt – aber dazu später mehr. Grundsätzlich ist die Reihenfolge deshalb interessant, weil sie einer Progression in Härte und Tempo gleichkommt. „Black Orleans“ beginnt mit zwei Songs, die den rockigen Aspekt der Musik in den Vordergrund stellen. Der Titeltrack „Black Orleans“ und das folgende „The Blade“ geizen nicht mit entsprechenden Riffs und Groove. Sukzessive wird das Album danach härter. „Burial“ klingt eine Spur gröber und schmutziger und mit „Burn“ hat sich eine astreine Metallica-Referenz in das Album geschlichen – inklusive langsamem Aufbau, markanter Gitarrenlinie und explosivem Mitsingrefrain. Mit „Sleeping God“ erreicht die Kurve ihren Scheitelpunkt und sowohl das Drumming als auch die Riffs werden noch einen Ticken brutaler. Auf „The Trip“ wird dagegen ordentlich gegroovt. Erwähnung finden sollte noch der Bonus-Track „Hell’s Kitchen“, der zum bisherigen Verlauf einen gelungenen ruhigen Kontrapunkt setzt.

Trotz dieser interessanten Entscheidung und der offensichtlichen Stärke des technischen Spiels der Band bleibt aber doch ein Problem mit den Songs. Denn streng genommen sind sie nicht so abwechslungsreich, wie es erscheint. Diese Kritik ist nur auf den ersten Blick paradox: Es bleibt schlicht zu wenig von QBOX‘ Musik hängen, das man bestimmen und differenziert zuordnen könnte. Obwohl die Band auf nahezu jedem Song ein neues Merkmal einbringt, bleibt das Grundgerüst der Lieder insgesamt zu ähnlich. Sicher, es werden immer wieder das Tempo und die Stimmung der Instrumente variiert, aber am Ende bleiben die Songs untereinander doch so ähnlich im Aufbau, dass das Album zu wenig Nachhaltigkeit entfaltet. Deshalb wippt der geneigte Hörer immer wieder mit und denkt sich „cooles Riff“ oder „guter Gesang“, aber es fällt schwer, am Ende den eigenen Höreindruck auseinander zu halten und zuzuordnen. „Burn“ bildet hier die Ausnahme von der Regel.

Das schmälert nicht die Stärken der Platte. Q-BOX haben mit „Black Orleans“ ein unterhaltendes Album hingelegt, das eine wunderbare Vorlage für ihre zahlreichen Live-Auftritte darstellen wird. Wenn sie aber im Songwriting die letzten Scharten noch auswetzen hätten können, hätten sie ein Hammeralbum geschrieben. Macht ja aber nichts: Der nächste Streich kommt bestimmt.

Wertung: 7 / 10

Publiziert am von Marc Lengowski

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