CD-Review: Racquet Club - Racquet Club

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Rise
  • Spielart: Rock
Besetzung

Blair Shehan - Gesang, Gitarre
Sergie Loobkoff - Gitarre
Ian Smith - Bass
Bob Penn - Schlagzeug

Tracklist

01. Caldwell Park
02. Let Beauty Find You
03. Head Full Of Bees
04. Boundaries
05. Battlefield
06. Blood On The Moon
07. I Can't Make You Believe
08. Blue Skies
09. New Granada
10. White Knuckles


Mit Blair Shehan, Sergie Loobkoff und Bob Penn haben sich Mitglieder von The Jealous Sound, Knapsack und Samiam mit dem Bassisten Ian Smith zu RACQUET CLUB zusammengeschlossen. Durch ihre Vorerfahrung sind sie bereits mit dem selbstbetitelten Debüt beim renommierten Label Rise Records gelandet. Kategorisiert wird die Musik des Quartetts aus Los Angeles als Indie Rock und gleichzeitig als atemberaubender Longplayer angepriesen. Als Produzent konnte man für dieses Vorhaben Alex Newport (Bloc Party, Frank Turner) gewinnen.

Bereits der Opener „Caldwell Park“ ist ein netter Rocktrack mit einigem Indie-Einschlag, der sich zwischen Melancholie und einem dezenten Hoffnungsschimmer einpendelt. Das liegt vor allem am präsenten Tieftöner, aber auch am Gesang von Blair Shehan, der auf seine Art diese britische unterkühlte Seite, zumindest unterschwellig transportiert. Ein ähnliches Konzept verfolgen die folgenden Songs, was zwar zum Fußwippen animiert und durchaus hochkarätig umgesetzt wurde – dennoch wartet man noch auf die atemberaubende Seite dieses Debüts. Es sind kleiner Aha-Effekte, die die Hoffnung auf etwas Großes befeuern: Beispielsweise in „Head Full Of Bees“, wenn kurz vor Schluss das Tempo heruntergefahren wird, um dann nochmal mit dem Refrain richtig Gas zu geben. Ansonsten dümpeln die Titel eher vor sich her, vermengen sich in einem immer wiederkehrenden Konzept zu einer monotonen Masse. Diese Monotonie mag zwar gelegentlich durchaus ihre Stärken haben, wenn aber jeder Song dem anderen so sehr ähnelt wie im Fall von „Racquet Club“, dann tut man sich selbst als eingefleischter Musikfan auf Dauer schwer. Schade eigentlich, denn die Staccato-ähnliche Gitarre in „Blood On The Moon“ oder der schleppende Aufbau mit wechselnden Rhythmen von „Blue Skies“ zeigen im Ansatz, was möglich gewesen wäre. Dazu hätten die Musiker aber ein wenig mehr über den eigenen Tellerrand blicken müssen.

Erfahrene Musiker und eine einwandfreie Produktion sind leider kein Garant für ein hochklassiges Meisterwerk – das beweisen RACQUET CLUB auf ihrem selbstbetitelten Debüt mit stoischer Konsequenz. Etwas mehr Mut zum Experiment oder individuellen Ideen hätte die zehn Songs deutlich nach vorne gebracht. So ist es ein nettes Album geworden, dass sicherlich im ein oder anderen am Mainstream orientierten Rocksender auf Interesse stößt. Für den angekündigten großen Wurf müssen die Musiker aber noch ein bis zwei Schippen drauflegen.

Bewertung: 6 / 10

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