Das Cover von "Backbone" von Ronnie Romero

Review Ronnie Romero – Backbone

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Heavy Metal

Insbesondere bei Melodic-Metal-Fans bedarf RONNIE ROMERO keiner großen Einführung. Als Sänger der reaktivierten Genre-Vorreiter RAINBOW und damit De-Facto-Erbe des unerreichbaren Ronnie James Dio schrieb der gebürtige Chilene seinen Namen schon vor zehn Jahren in die Annalen der Rockgeschichte. Seither arbeitete er mit Größen wie MICHAEL SCHENKER zusammen und wurde vom süditalienischen Label Frontiers Music mit so ziemlich jedem profilierten Musiker der Sparte in diversen Projekten zusammengetan. Als sei das nicht genug, verfolgt der mit den Spaniern LORDS OF BLACK groß gewordene Sänger auch noch eine Solokarriere, im Zuge derer er nach zwei Cover-Alben 2023 erstmals eine Platte mit eigenen Songs veröffentlichte. Die erhält mit „Backbone“ nun einen Nachfolger.

Sieht man sich an, wo RONNIE ROMERO sonst überall gesungen hat bzw. singt, bekommt man einen recht klaren Eindruck davon, in welcher Stilrichtung er sich zuhause fühlt. Verglichen mit „Too Many Lies, Too Many Masters“ rückt der Mann auf „Backbone“ wieder etwas mehr in diese Komfortzone. Der Titeltrack eröffnet die Platte mit stilechten Hammondorgel-Sounds und entwickelt sich sodann zu einer opulenten Stadion-Nummer, in der Einflüsse wie RAINBOW, MSG und DIO allgegenwärtig sind. Das Gleiche gilt für Nummern wie „Bring The Rock“, „Eternally“ und vor allem „Keep On Falling“, in denen die Vorbilder des Sängers aus jeder Note herauszuhören sind.

Nun ist es für  Frontiers-Veröffentlichungen oft ein Todesurteil, wenn die musikalischen Inspirationsquellen allzu offensichtlich sind – man denke an seelenlose Meterware wie das Material von SHINING BLACK oder THE FERRYMEN. Im Falle von „Backbone“ sollte man sich von den zahlreichen Vergleichen zu den Großen des Genres aber nicht abschrecken lassen. Erstens handelt es sich bei den genannten Songs nicht um Kopien, sondern um eine gelungene Hommage an den angesprochenen Sound und zweitens ist das nicht das einzige, was RONNIE ROMERO auf seinem neuen Album zu bieten hat. Mit Titeln wie „Never Felt This Way“, „Lonely World“ und „Black Dog“ hat die Platte einige mitreißende und schlichtweg zeitlose Heavy-Metal-Hymnen zu bieten.

Zudem kann „Backbone“ auch in der Umsetzung voll und ganz überzeugen. Größtes Aushängeschild des Albums ist natürlich Mr. Romero selbst, der jeden Song mit absolut großartigem Gesang veredelt und sein enormes Talent vor allem in Balladen wie „Lost In Time“ unter Beweis stellt. Allerdings konnte der Sänger für sein zweites Album u. a. den ehemaligen EUROPE-Gitarristen Kee Marcello gewinnen, dessen Leadgitarrenspiel ebenfalls zu den Highlights des Albums gehört. Einzig der Sound von „Backbone“ könnte etwas besser sein, denn die Platte klingt zwar stimmig, aber auch ein wenig „pappig“ – so gute Songs, wie man sie hier zu hören bekommt, haben eine bessere Präsentation verdient.

Ja, auf „Backbone“ sind die musikalischen Vorbilder von RONNIE ROMERO etwas deutlicher auszumachen als noch auf dem Vorgänger. Erstens passt dem Sänger, der inzwischen mit den meisten bekannten Namen des Melodic Metal zusammengearbeitet hat, dieser Sound aber wie eine zweite Haut und zweitens ist das – trotz Veröffentlichung bei Frontiers – wirklich nur zu begrüßen. Eindeutig von DEEP PURPLE, RAINBOW und MICHAEL SCHENKER GROUP inspiriert sind die Songs auf „Backbone“ trotzdem eigenständiger als 99 Prozent von dem, was sonst vom Fließband der süditalienischen Plattenfirma rollt. RONNIE ROMERO hat hier mit ein paar der profiliertesten Songwriter des Genres zusammengearbeitet und ein großartiges Album geschaffen, das wirklich etwas ausdrückt. Bitte mehr davon!

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Wertung: 8.5 / 10

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