CD-Review: Schandmaul - Narrenkönig

Besetzung

Thomas Lindner - Gesang, Akustik-Gitarre, Akkordeon
Hubsi Widmann – Bass, Mandoline, Gesang
Birgit Muggenthaler – Flöte, Schalmei, Dudelsack, Gesang
Martin Duckstein – E-Gitarre, Akustik-Gitarre, klassische Gitarre, Gesang
Anna Kränzlein – Geige, Drehleier, Gesang
Stefan Brunner – Schlagzeug, Percussion, Gesang
Dominik Büll – Cello (Bei „Dein Anblick“)

Tracklist

01. Walpurgisnacht
02. Das Seemansgrab
03. Sichelmond
04. Dein Anblick
05. Die drei Prüfungen
06. Waldgeflüster
07. Der Spion
08. Die zwei Brüder
09. Vogelfrei
10. Sonnenstrahl
11. Der Kurier
12. Sturmnacht
13. Der Hofnarr
14. Der Wandersmann


Viel verändert hat sich ja nicht bei Schandmaul seit der letzten Veröffentlichung „Von Spitzbuben und anderen Halunken“. Der Sound und die Produktion sind ein bisschen besser, der Stil der Lieder und die verwendeten Instrumente ähnelt den älteren Sachen schon sehr – aber warum sollte man an Schandmaul etwas grundlegendes verändern? Das dritte Werk „Narrenkönig“ ist die logische Fortsetzung des Vorgängers und schließt nahtlos an diesen an. Hier und da wurde an Details gefeilt, die (elektrische) Gitarre hat eine unwesentlich gewichtigere Rolle und allgemein merkt man den Bayern schon die höhere Professionalität an, auch die Texte gefallen mir ein wenig besser.
Auch hier gibt’s wieder kein festes Konzept, dafür sind alle Lieder wieder durchgehend in deutsch geschrieben und erzählen kleine Geschichten.

Gleich am Anfang steht mit „Walpurgisnacht“ schon einer der wohl besten Songs, den Schandmaul je geschrieben haben. „Rundherum ums helle Feuer, rundherum im wilden Tanz“ singt’s im Refrain, und eben genau dieses Lied wäre wohl der perfekte Soundtrack dafür. Zwei weitere absolute Highlights – meine beiden Favoriten hier übrigens – sind die beiden mehr-oder-weniger-Balladen „Das Seemannsgrab“ und „Dein Anblick“, zwei Stücke die voller Emotionen stecken und immer wieder für eine Gänsehaut sorgen. Und das ist ja erst der Anfang, hier haben sich im Ganzen 14 absolut gelungene Stücke versammelt, die allesamt überzeugen können. Ich könnte jetzt auch seitenlange Lobeshymnen über jeden einzelnen Track schreiben, aber das lass ich dann doch mal. Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass auch das Akkordeon hier eine wichtigere Rolle als früher einnimmt, vor allem auch bei „Seemannsgrab“ und dem rockigen „Die drei Prüfungen“.
Auch hier gibt’s wieder zwei Instrumentalstücke, als da wären „Waldgeflüster“ (eine Flöte kann ziemlich schnell gespielt werden, wenn sie gut dressiert ist) und „Sturmnacht“, das auf der dazugehörigen Tournee bei den Konzerten als erster Song gespielt wurde. Im Gegensatz zu den Instrumentals von „…Spitzbuben…“ kommen hier gleich mehrere Instrumente zusammen, klingt vor allem am Anfang ziemlich mystisch.

„Vogelfrei“ könnten möglicherweise auch einige kennen, die vorher mit Schandmaul nichts zu tun hatten, denn dieses Lied gehört zum Soundtrack des Echtzeitstrategiespiels „Robin Hood“. Passend dazu ist hier auch der Text, und auch gut gelungen wie ich finde. Eine reinrassige Ballade gibt’s hier auch noch. Sie hört auf den Namen „Sonnenstrahl“ und hat in sich ein schon jetzt legendäres Geige-Solo von Anna versteckt.
Wie gesagt, einfach alle 14 Lieder hier brauchen sich vor nichts und niemandem verstecken und sind in ihrem Genre wohl ohne Zweifel mit das hochklassigste, was es da zu hören gibt. Mit „Narrenkönig“ haben die sechs ihr Meisterwerk abgeliefert… Leider stieg nach den Aufnahmen der bisherige Produzent, Bassist usw. Hubsi Widmann aus.
Das ändert aber nix an der Qualität dieses Albums, das zum Glück weiterhin nicht zwanghaft versucht, nach Metal zu klingen, sondern ganz unbeschwert und flockig leicht ist, so wie es sein muss.

Bewertung: 8.5 / 10

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