CD-Review: Scornage - Born To Murder The World

Besetzung

Guido Grawe - Gesasng
Volker Rahn - Gitarre
Tom Bronneberg - Gitarre
Markus Breuer - Bass
Tom Freyer - Schlagzeug

Tracklist

01. Made In Hell
02. Prototype
03. The Scent Of Things To Come
04. Born To Murder The World
05. If We Really Knew
06. Dead & Gone
07. SPDS
08. There Are No Innocents
09. Razor Blade Smile
10. ...And Now He Rises


SCORNAGE zählen zu jenen deutschen Bands, die Ende der 90er Jahre gegründet wurden und sich ganz dem Thrash Metal der damaligen Zeit im Stile von Sodom&Co. verschrieben haben. Nachdem vor allem das vergangene Album „Pure Motorized Instinct“ von der Presse, wie auch von den Fans gefeiert wurde, steht nun mit „Born To Murder The World“ das nunmehr dritte Album ins Haus.

Bei einem Album in dieser Stilrichtung ist es immer äußerst schwer, den idealen Weg zwischen „unterdurchschnittlichlich belanglos“ und „zu modern und zu überproduziert“ zu finden. Eine Musikrichtung die schon so viele Jahre auf dem Buckel hat und nie dem größten Wandel unterlag, ist gefüllt, oder gar überfüllt mit Bands, welche -um mal keine Namen zu nennen- auf Teufel komm raus versuchen den Geist der damaligen Zeit neu zu verpacken.Und gerade da tut es gut, dass eine Band wie SCORNAGE unter der Schirmherrschaft von Andy Sneap (u.a. Kreator und Nevermore) sich dieser Sache annimmt.
Sänger Guido Graw stellt zu Beginn der 45 Minuten noch die rhetorische Frage „shall we begin…?“ , ehe die Gitarren und das Schlagzeug losbricht. Interessante und sehr gut getimte Tempowechsel innerhalb der Songs, sowie die ausgefallene Stimme (Dani Filth lässt grüßen), sowie ordentlich Druck und Power auf den Instrumenten hinterlassen beim Hörer einen sehr guten ersten Eindruck.Doch gerade Titel wie „Born to murder the World “ mit einer Länge von über 8 Minuten zeigt die Gefahr in die SCORNAGE häufig geraten: Die Gitarrisen Volker Rahn und Tom Bronneberg verlieren sich nur zu gerne in Zwischenspieleren und Soli, die bei solch einer Länge eher ermüdend, als mitreißend wirken. Da erfreut es umso mehr, dass bei Songs wie „Made In Hell“, sowie „Dead & Gone“ und „Razor Blade Smile der ideale Mittelweg gefunden wurde für ein solides Thrash Metal Werk.

Bei diesem Thrash Sound passt die mäßige Produktion, welche auch an die späten 90er Jahre erinnert, ideal ins Bild und rundet das gesamte Album ab. Gerade dieser Punkt, wird für viele die Entscheidung „Heiß oder Scheiß“ bringen. Denn in Zeiten von Keyboardüberladenen und überproduzierten Thrash Metal Album eckt dieser Sound deutlich an, jedoch ohne zu sehr nach Teenie-Garagenmetal zu klingen. Thrash Metal Fans, welche wie ich auf solche Alben fast schon sehnlichst gewartet haben, können sich mit „Born To Murder The World“ entspannt zurücklehnen bzw. den Moshpit starten.
Wenn auch SCORNAGE das Niveau des Vorgängers nicht ganz halten können, rotiert mit diesem Silberling ein starkes Album in der Anlage!

Bewertung: 7.5 / 10

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