CD-Review: Sear Bliss - Glory And Perdition

Besetzung

Csaba Csejtei – Gitarre
András Nagy - Gesang, Bass, Gitarre, Keyboard
István Neubrandt - Gitarre
Zoltán Pál - Trompete
Zoltán Schönberger - Schlagzeug

Tracklist

01. Birth Of Eternity
02. Reverie
03. Night Journey
04. Glory To Perdition
05. Two Worlds Collide
06. Ode To A Dying Star
07. Shores Of Death
08. Dreams Spectre
09. Blood Serenade
10. Lacus Somniorum


Sear Bliss könnte man vielleicht als „Dimmu Borgir auf Ungarisch“ bezeichnen, aber letzten endes wäre dieser Vergleich doch unpassend. Sear Bliss spielen symphonischen Black Metal mit Keyboard und Trompete (!), schnell, aber nur selten rasend und ich muss sagen, dass diese Mischung wirklich interessant klingt. „Glory And Perdition“ ist das mittlerweile sechste Studioalbum nach über zehn Jahren Bandbestehen. Viel herhalten konnten die Cover von Sear Bliss nie, und auch dieses hier sieht mitunter etwas abgedreht aus (was aber bekanntlich nicht viel über den Inhalt aussagen muss), ist aber wohl auch reine Geschmackssache.

Der erste Titel „Birth Of Eternity“ wird mit einem kurzen, doch recht ungewöhnlichen Synthesizerintro eingeleitet, zeigt aber schnell sein zweites Gesicht: Double Bass, krächziger Gesang und sogar Trompeten. Trotzdem wird oft auf’s Tastenbrett zurückgegriffen, welches sich aber gut einfügt. Gegen Mitte des Stücks glaubt man Attila Csihar rauszuhören, und tatsächlich wurde dieser als Gastsänger einberufen. „Reverie“ ist ein kurzes Intro zum folgenden „Nightjourney“, das recht gut im Ohr hängen bleibt. Der Anfang von „Glory To Perdition“ erinnert ein wenig an „Jesus‘ Tod“ von Burzum, hat sonst aber nichts mit genannter Band zu tun. Ansonsten ist das Lied aber auch gelungen und wieder ist der Keyboardeinsatz perfekt abgestimmt. Besonders beim folgenden „Two Worlds Collide“ kommt die Trompete stellenweise richtig gut zur Geltung und machen den Titel zu einem der Besten auf dem Album. „Ode To A Dying Star“ ist dann eine Art kurze Überleitung, stellt aber eigentlich keinen Zusammenhang zu „Shores Of Death“ her, bei dem wieder Attila seine Gesangskünste präsentiert (die hier übrigens sehr gut passen). Das Grundriff von „Dreams Spectre“ könnte von Old Man’s Child oder Mörk Gryning stammen, aber dem Song ist der eigenständige Charakter nicht abzuschlagen. Der schleppende, majestätische Klang vom folgenden „Blood Serenade“ machen das Stück zu meinem Favoriten auf dieser Platte. Der Song repräsentiert darüber hinaus alle Elemente, die die Band zu bieten hat und bleibt bis zum Ende abwechslungsreich. „Lacus Somniorum“ schließt dann als etwas eigenwilliges, aber trotzdem interessantes Outro ab.

„Glory And Perdition“ ist wirklich eins der innovativsten Black Metal Alben, das mir in letzer Zeit untergekommen ist. Schon allein die Tatsache, dass Trompeten verwendet werden, unterscheidet dieses Album vom herkömmlichen Black Metal. Jedoch ist das Werk etwas kurz geraten und auch der Gesang ist nicht gerade der Überhammer.
Insgesamt ein wirklich gelungenes Album, jedoch fehlt noch ein wenig zum Durchbruch in der Szene.

Bewertung: 8 / 10

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