CD-Review: Seventh Genocide - Toward Akina

Besetzung

Rodolfo Cluffo – Gesang, Bass, Akustikgitarre
Stefano Allegretti – Gitarre
Jacobo Gianmaria Pepe – Gitarre
Verlio Primo – Schlagzeug

Tracklist

01. Astral Bliss
02. Life Is Poison
03. Love Is Poison
04. Transparent
05. Immense As The Universe
06. Immense As The Ocean
07. Last Fall Before The Impact


(Post-Black-Metal / Psychedelic Rock) Black Metal und Psychedelic Rock? Da werden wohl viele zuerst an die Amerikaner Nachtmystium denken. Die italienischen Post-Black-Metaller SEVENTH GENOCIDE haben sich derselben eigentümlichen Mischung verschrieben, klingen jedoch gänzlich anders. Für sein zweites Album „Toward Akina“ hat sich das Quartett nämlich direkt von den Urgesteinen des psychedelischen Rocks inspirieren lassen, sodass man die Platte gewissermaßen als hypothetisches Beispiel dafür sehen kann, wie Pink Floyd als Schwarzmetall-Kapelle geklungen hätten. Mit ihrem knapp einstündigen Zweitwerk wollen SEVENTH GENOCIDE dem Genre neues Leben einhauchen und den Hörern eine Alternative zu Oathbreaker, Agalloch und Wolves In The Throne Room bieten.

Eine ganze Musikrichtung umkrempeln zu wollen, ist ein gewagtes Vorhaben, das nur die wenigsten Musiker auch wirklich umsetzen können. Dementsprechend hat man zu Beginn noch das Gefühl, dass SEVENTH GENOCIDE den Mund ein wenig zu voll genommen haben, denn der Opener „Astral Bliss“ klingt eigentlich wie eine herkömmliche Post-Black-Metal-Nummer – wenn auch eine äußerst gelungene. Wuchtige, aber auch gefühlsbetonte Riffgewitter, eher tief im Mix versteckter, verzweifelter Schreigesang und ungezügelte Schlagzeugeinlagen mit viel Geblaste machen regelmäßig Platz für melancholische Clean-Passagen, in denen man schwelgend die Gedanken schweifen lassen kann.

Erst im darauffolgenden „Life Is Poison“ schlagen SEVENTH GENOCIDE die psychedelischen Töne an, die sie sich auf die Brust geschrieben haben. Von da an verlassen die Italiener immer öfter bekanntes Genre-Terrain und versuchen sich an träumerischen, lieblichen Gitarrenmelodien, die oft auch von schwungvollen und friedlichen Akustikklängen und bewusst improvisiert wirkenden Drum-Rhythmen begleitet werden („Transparent“). In ebenjenen ausgedehnten, kaum greifbaren Instrumentalpassagen zeigen die Post-Black-Metaller tatsächlich den notwendigen Willen und Einfallsreichtum zur Innovation.

In einigen Momenten kann man sich richtig treiben lassen und sich verlieren. Der Band scheint es beim Schreiben der Songs jedoch genau so ergangen zu sein, denn einige sind doch ein wenig zu ausschweifend geraten. Davon abgesehen ist „Toward Akina“ aber durchaus sehr ansprechend komponiert. Die Black-Metal- und Psychedelic-Rock-Stilmittel hätten die Südeuropäer zwar ruhig noch etwas enger miteinander verweben können, doch für sich betrachtet bringen SEVENTH GENOCIDE beiderlei Einflüsse souverän in ihre Tracks ein.

Dass SEVENTH GENOCIDE mit ihrer zweiten Veröffentlichung nicht einfach nur Post-Black-Metal nach dem üblichen Muster spielen wollen, merkt man den meisten der Songs eindeutig an. Dennoch könnten die Italiener noch ein wenig mehr an dieser neuen Herangehensweise feilen. Etwas kompaktere Strukturen und eine dichtere Verflechtung der verschiedenen stilistischen Ausrichtungen wären sehr zu begrüßen. Nichtsdestotrotz eignet sich „Toward Akina“ hervorragend als Ausgangspunkt, von dem aus die Band sich weiterentwickeln kann. Hörenswert und wiedererkennbar ist das Album auf alle Fälle, insbesondere die feinfühlige Melodieführung birgt so manchen kleinen Schatz. SEVENTH GENOCIDE sind jedenfalls eine Band mit großem Potential, die es aufmerksam im Auge zu behalten gilt.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: