Review Sidious – Malefic Necropolis

  • Label: Immortal Frost
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Black Metal

Es gibt Momente, in denen man etwas Verlässliches braucht – so wie den Kaffee am Morgen. In diesem Fall jedoch für die Ohren. SIDIOUS aus London sind dafür ein Garant, wenn es um melodischen Black Metal geht. Seit ihrer Gründung 2012 hat es die Band auf drei Alben gebracht und schickt nun mit „Malefic Necropolis“ ihr viertes Release in den Schwarzmetall-Äther.

Was dabei sofort auffällt: SIDIOUS klingen auf ihrem neuen Album noch eine Spur sauberer und aufgeräumter als auf dem Vorgänger „Blackest Insurrection“, ohne dabei an schroffem Temperament und Düsternis einzubüßen. „Malefic Necropolis“ beginnt mit einem stimmig-abgründigen Intro, dessen Build-up fast schon standesgemäß in feinsten Melodic Black Metal finnisch-schwedischer Prägung mündet. Mit vielseitigen Drums, wendiger Gitarrenarbeit und jeder Menge Atmosphäre könnte „Shears Of Atropos“ kaum ein besserer Einstand sein.

Weniger abwechslungsreich, dafür maximal genrekonform walzt sich „Rotborn Terror“ durch die Gehörgänge. Vorwiegend auf Hochgeschwindigkeit getrimmt, erinnert der Titel in seinen linearen Momenten liebevoll an DARK FORTRESS. Für Auflockerung sorgen SIDIOUS bei all der Wut dennoch. Mit „Inversion And Collapse“ und „Grave“ hat die Band nicht nur gelungene atmosphärische Zwischenspiele geschaffen, die Songs funktionieren auch als verbindende Elemente.

„Inversion And Collapse“ bildet den Stimmungskanal für „Cosmossuary“, das gleichermaßen tight und melodisch ein weiteres Highlight setzt. Mit dynamisch abwechslungsreichen Arrangements zwischen Raserei und sattem Groove kann auch dieser Track glänzen. Das von „Grave“ eingeleitete „Crows Atop The Gallows“ setzt anschließend auf straightes Midtempo und sorgt genau an der richtigen Stelle für Auflockerung. Das ist nicht nur für den Fluss von „Malefic Necropolis“ wichtig, sondern macht auch schlicht Spaß.

Warum also verkomplizieren, was ohnehin funktioniert? SIDIOUS bündeln am Ende ihres Neulings noch einmal all ihre Stärken. „Bloodlust Command Infinite“ überzeugt mit allem, was Melodic Black Metal braucht. Der Albumcloser versprüht mit seinen Melodielinien subtile NAGLFAR-Vibes und ist klug komponiert. Rauschende Riffs werden mit geradlinigen Rhythmusparts durchmischt, ohne an Atmosphäre zu sparen. So souverän, wie SIDIOUS „Malefic Necropolis“ eröffnen, bringen sie es auch zu Ende.

Man kann SIDIOUS auf „Malefic Necropolis“ kaum etwas vorwerfen. Die Formation zeigt auf ihrem neuen Album, dass längst nicht mehr nur Skandinavien für melodisch-komplexen Black Metal steht. Die neun neuen Songs repräsentieren im besten Sinne ein nach wie vor lebendiges Genre. Melodiös, gut ausbalanciert und mit feinem Gespür für Längen präsentiert sich die britische Band im frühen Jahr 2026 von ihrer besten Seite. Auch wenn sich musikalisch nichts grundlegend Neues tut, ist „Malefic Necropolis“ jedem Fan schwarzer Klänge vorbehaltlos zu empfehlen.

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Wertung: 8.5 / 10

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