Review Silver Lake – Silver Lake

SG Records/7Hard haben momentan eine Reihe Releases italienischer Bands am Start, die noch weitestgehend unbekannt sind, aber jede Menge Potential offenbaren. Ein weiterer dieser Kandidaten sind SILVER LAKE, die ihr gleichnamiges Debut veröffentlichen.

SILVER LAKE entstanden aus der 2003 gegründeten Coverband Exodian, die einige Zeit auf den Bühnen unterwegs war und Songs von unter anderem Dream Theater, Angra und Pain Of Salvation zum Besten gab. Im Jahre 2007 erfolgte dann der große Schritt vorwärts: die Umbenennung in SILVER LAKE und das Schreiben eigener Songs. Das Ergebnis liegt mir nun vor.

Die drei oben genannten Bands, von denen SILVER LAKE Cover spielten, habe ich ganz bewusst aus den Einflüssen ausgewählt. Denn die Inspiration bei diesen Genregrößen ist auf „Silver Lake“ nicht zu verleugnen. Von Dream Theater haben sich SILVER LAKE dabei am Meisten angeeignet. Das kommt bei den melodisch-atmosphärischen Hooklines zum Tragen. Von Pain Of Salvation stammen mehr die Ideen für tiefgründigere, nachdenkliche Passagen, während man in anderen Abschnitten mehr auf die Geradlinigkeit von Angras Progressive Power Metal setzt.

Das alles zu interessanten Kompositionen zusammenzusetzen, ist sicherlich nicht einfach und zeugt auch von SILVER LAKEs Händchen für das Songwriting. Dadurch verkommen die Italiener auch nicht zu bloßen Kopierern, sondern erschaffen durchaus eigene Markenzeichen. Auf jeden Fall haben sie gute Songs auf Lager, die auf einer angenehmen Ballance aus Eingängigkeit und Komplexität beruhen. Sie bauen auf schönen Grundmelodien auf, die sich dann wie ein roter Faden durch die Songs schlängeln, obgleich die Kompositionen in der Regel aus ziemlich unterschiedlichen Abschnitten mit variierenden Intensitäten und häufigen Rhythmus- und Tempowechseln zusammengesetzt werden.

So können die Stücke mitunter auch durch verschiedene Facetten begeistern. Sind es bei „Help Me To Fight The Rain“ und „Life“ die bedächtige, atmosphärische Stimmung und die harmonischen Höhepunkte, wühlt das vielschichtige, leicht exotische Instrumental „Break“ die Sinne auf, während „Holy Affinity“ ziemlich unruhig erscheint und teilweise mit recht experimentellen wirkenden Phasen und Arrangements überrascht. Das balladeske „Meet You Again“ fährt dagegen komplett auf der romantischen Schiene, und mit „Slave To The Grind“ (von Skid Row) findet sich auf „Silver Lake“ auch noch ein Cover ein, dass die Italiener sehr ordentlich umsetzen.

Vom technischen Aspekt her, ist die Leistung von SILVER LAKE absolut professionell. Die Leutchen beherrschen ihre Arbeitsgeräte und Sänger Davide Bertozzi hat eine angenehme klare Stimme in mittelhoher Lage, die ausdrucksstark ist und emotionale Momente gekonnt hervorherben kann. Kein Instrument wirkt zu dominant, der Sound ist trotz seiner anspruchsvollen Aspekte sehr homogen. Auch die Produktion hat in der Hinsicht bei der Abmischung einen guten Job gemacht.

„Silver Lake“ ist ein gutes Werk des melodischen Progressive Metal. SILVER LAKE überzeugen nicht nur mit ihrer astreinen Performance, sondern auch bereits durch ihr Händchen für vielseitiges und mitreißendes Songwriting. Genrefans sollten das Erstwerk der Italiener antesten.

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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