CD-Review: Slidhr - The Futile Fires Of Man

Besetzung

Joseph Deegan – Gesang, Gitarre
Garðar S. Jónsson – Bass
Bjarni Einarsson – Schlagzeug

Tracklist

01. The Futile Fires Of Man
02. Summon The Rivers
03. To Celestial Depths
04. A Scattered Offering
05. Rise To The Dying
06. Through The Mouth Of The Beast


Früher standen sie bei Debemur Morti Productions unter Vertrag, inzwischen findet man sie im Roster von Ván Records – schon die Wahl der Labels, mit denen SLIDHR bisher zusammengearbeitet haben, gibt Aufschluss über die musikalische Ausrichtung des ursprünglich irischen Trios. Im Zuge eines Aufenthalts in Island ließen sich die drei Musiker zuletzt vom eigenwilligen Stil dort beheimateter Black-Metal-Bands wie Svartidauði und Carpe Noctem inspirieren. Zweifellos sind SLIDHR nicht darum verlegen, die Eindrücke dieses musikalischen Selbstfindungstrips in ihre Arbeit einfließen zu lassen, denn „The Futile Fires Of Man“, die zweite Platte der Iren, trägt ganz klar die Handschrift ihrer neu entdeckten Idole.

Weder irgendwelchen modernen Trends noch veralteten Second-Wave-Idealen hinterherjagend spielen SLIDHR auf ihrer ersten Full-Length-Veröffentlichung seit der 2013er Platte „Deluge“ eine Abwandlung schwarzen Metals, die in erster Linie von ihrem übermächtigen Grundton lebt. Komplizierte Fingerakrobatik spielt hier eine ebenso nebensächliche Rolle wie ausgefallene Klangerzeuger oder Tonfolgen. Grundsätzlich verlaufen sämtliche Tracks auf „The Futile Fires Of Man“ nach demselben Schema.

Mittels machtvollem, zumeist in getragenem Tempo gespieltem Tremolo-Picking, abwechselnd unbändig tobendem und bedächtig lauerndem Drumming sowie unwirklichen, mit viel Hall unterlegten Screams beschwören SLIDHR eine durchgehend gleichbleibende, verhängnisvolle Atmosphäre herauf. Die wellenartig langgezogenen Riffs werden oft wiederholt und kaum jemals zu einem Crescendo aufgetürmt, wie es etwa den chaotischen Klanggewaltexzessen von Svartidauði entsprechen würde. Umgekehrt fehlen allerdings, sieht man von den leise flirrenden Gitarren, die „Through The Mouth Of The Beast“ einleiten, ab, auch auflockernde Ruhepausen.

SLIDHR musizieren also mehr oder minder konstant auf einem bestimmten Intensitätslevel, weshalb die Songs homogen und im Kontext schlüssig, aber auch etwas spannungsarm geraten sind. Wirklich überwältigt wird man hier nur gelegentlich, wenn die Kompositionen ein wenig an Düsternis und Epik zulegen („To Celestial Depths“). Den Mangel an kompositorischen Höhepunkten kompensieren SLIDHR allerdings weitgehend erfolgreich mit ihrer starken Performance, die durch die hervorragend abgerundete Produktion ihre größtmögliche Wirkung entfaltet.

Obwohl der typisch isländische Black-Metal-Stil ganz klar seine Spuren im Sound von SLIDHR hinterlassen hat, replizieren die Iren auf „The Futile Fires Of Man“ weder den irrwitzigen Wahnsinn von Svartidauði noch die verschrobenen Arrangements von Carpe Noctem. Stilistisch begnügen sich SLIDHR folglich mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner des Schaffens ihrer Genre-Kollegen, was in einer einerseits äußerst fokussierten, andererseits jedoch wenig flexiblen, monotonen Sammlung von Songs resultiert hat. Schwachstellen sind im Grunde genommen keine auszumachen, sodass man mit „The Futile Fires Of Man“ eine durchaus gelungene Platte geboten bekommt.

Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: