DVD-Review: Slipknot - (Sic)nesses (DVD)

Besetzung

#8 Corey Taylor – Gesang
#4 James Root – Gitarre
#7 Mick Thompson – Gitarre
#2 Paul Gray (RiP) - Bass
#1 Joey Jordison – Schlagzeug
#3 Chris Fehn - Percussions, Gesang
#6 Shawn Crahan - Percussions, Gesang
#0 Sid Wilson – Turntables
#5 Craig Jones 133 - Sampling

Tracklist

DVD 1: Live at Download Festival,
Donington Park, England, June 13, 2009

01. 742617000027
02. (Sic)
03. Eyeless
04. Wait And Bleed
05. Get This
06. Before I Forget
07. Sulfur
08. The Blister Exists
09. Dead Memories
10. Left Behind
11. Disasterpiece
12. Vermisslion
13. Everything Ends
14. Psychosocial
15. Duality
16. People = Shit
17. Surfacing
18. Spit It Out
* Music Videos for "Psychosocial", "Dead Memories", "Sulfur" & "Snuff"
* Making Of "Snuff"-Video

DVD 2: "Audible Visions Of (Sic)nesses"
Full Length Film, Directed by M. Shawn Crahan


Nicht lange ist es her, dass mit „Voliminal – Inside The Nine“ eine neue SLIPKNOT-DVD erschien: Nach der „Disasterpieces“-DVD, auch aus heutiger Sicht noch beeindrückendes Lehrstück einer Musik-DVD, handelte es sich hierbei um eine eher schräge Tourdokumentation. Zusammengestellt von Shawn „Clown“ Crahan, ermöglichte diese mit reichlich skurrilen Szenen und interessanten Interviews einen ganz anderen Blick auf die Band als es DVDs üblicherweise tun.

Nun, ein Album später, ist es wieder Zeit für eine DVD aus dem Hause der nach dem Tod von Paul #2 Gray acht verbliebenen Maskenmänner aus Des Moires, Iowa. Dabei liegt das Hauptaugenmerk wieder auf einer Liveperformance – und erneut stellen SLIPKNOT dabei ihre Liebe zu den Fans aus dem Verenigten Königreich unter Beweis: War es auf der „Iowa“-Tour der Auftritt im London Astoria, wurde diesmal der Headliner-Auftritt vom dem Download-Festival 2009 vor sage und schreibe 80.000 Fans verewigt. Doch auch wenn diese Zahl für die Band eine neue Bestmarke darstellen dürfte und der Auftritt wohl als Höhepunkt in der Bandgeschichte gewertet werden muss – es hätte vielleicht optimalere Konzerte für eine DVD-Veröffentlichung gegeben.

Denn auch wenn SLIPKNOT eigentlich alles richtig machen, irritiert die Tatsache, dass es zu Beginn der Showtime noch taghell ist, sehr: Zwar vermag der von der Größe des Events offensichtlich zu tiefst beeindruckte Corey dies mit seiner kindlichen Begeisterung fast wettzumachen, die Bilder bleiben  jedoch weniger eindrucksvoll. Auch als nach der Hälfte des Gigs schließlich doch noch die Nacht hereinbricht, bleibt die in den Bildern eingefangene Stimmung ob des Streulichts nicht so perfekt wie bei einem Hallenkonzert oder einer Open-Air-Show bei Nacht.

Sieht man von diesem Makel ab, bietet der Auftritt jedoch (mit kleinen Einschränkungen) alles, was man sich von einem guten SLIPKNOT-Gig erwarten kann: Eine vielseitige Setlist, die überraschend wenig neues Material enthält (nur sieben der 18 Stücke sind von den letzten beiden Alben), ein kräftiger, drückender Sound (auch wenn man bisweilen das Gefühl hat, er könnte noch einen Tick klarer sein) und eine Band, die, wie man es von ihr gewohnt ist, wirklich alles gibt: Die Hingabe ist den neun Musikern quasi noch durch die Masken am Gesicht abzulesen, das Publikum geht im wahrsten Sinne des Wortes steil und wenn bei Songs wie „Duality“ dann 80.000 Kehlen ihre Stimmen für einen Refrain zusammenlegen, ist Gänsehaut -Feeling angesagt. Für das Grand Finale, „Spit It Out“, gilt das umso mehr: Vom „Jump The Fuck Up“-Ritual (bei dem wohl nebenbei noch schnell den Rekord im Massen-Hinsetzen-und-Aufspringen in den UK aufstellt wird) bis hin zum als Effekt-Highlight vornübergekippten Schlagzeug von Joey Jordison ist steckt hier alles drin, was SLIPKNOT ausmacht.

Neben dem Live-Auftritt bietet der Release mit der obligatorischen Sammlung aller Musik-Videos zum neuen Album sowie eines weiteren Shawn Crahan-Film auf DVD zwei alles, was eine gelungene Live-Veröffentlichung braucht. Alles in allem liefern SLIPKNOT damit genau das ab, wass man es von der Truppe gewohnt ist: eine absolut runde Sache. Denn wenn man sich auf eine Konstante verlassen kann, dann die Liebe zum Detail und damit auch die Hochwertigkeit der DVD-Releases aus dem Hause SLIPKNOT.

„(Sic)nesses“ ist eine qualitativ hochklassige DVD. „Disasterpieces“ bleibt als Paradebeispiel einer absolut perfekten Musik-DVD zwar unerreicht – dennoch kann das von der Band ihrem kürzlich verstorbenen Bruder Paul #2 Gray gewidmete Werk guten Gewissens als ein Must-Have für jeden Fan bezeichnet werden.

Bewertung: 8.5 / 10

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