CD-Review: Sonic Syndicate - Only Inhuman

Besetzung

Richard Sjunnesson – Gesang
Roland Johansson – Gesang
Roger Sjunnesson – Gitarre
Robin Sjunnesson – Gitarre
Karin Axelsson – Bass
John Bengtsson – Schlagzeug

Tracklist

01. Aftermath
02. Blue Eyed Fiend
03. Psychic Suicide
04. Double Agent 616
05. Enclave
06. Denied
07. Callous
08. Only Inhuman
09. All About Us
10. Unknown Entity
11. Flashback
12. Freelancer (Bonustrack)


Im Sommer 2006 riefen Nuclear Blast zum Bandcontest auf. 1500 Bands meldeten sich, doch die begehrte Trophäe, sprich einen Plattenvertrag, durfte schließlich das Sextett von SONIC SYNDICATE aus Schweden entgegennehmen. Unter der Leitung von Scar Symmetry-Gitarrist Jonas Kjellgren arbeiteten sie in ihrem Heimatland am Nachfolger zum Debüt „Eden Fire“. Nach knapp einem halben Jahr im Studio präsentierten die Nachwuchsmetaller ihr neues Werk „Only Inhuman“.

„Aftermath“ beginnt mit einem heftigen Riff, der jedoch von einem kleinen Break unterbrochen und anschließend in einem schönen Intro weitergeführt wird. Danach wird um die Wette geshoutet: Richard Sjunnesson und Roland Johansson nehmen kein Blatt vor den Mund und schreien was das Zeug hält. Die Strophen sind sehr thrashig, der Refrain hingegen sehr melodiös. Gelungener Auftakt der Jungtruppe. Der zweite Song „Blue Eyed Fiend“ beginnt noch eine Spur aggressiver. Er ist wieder sehr thrashig ausgefallen, zügelt sein Tempo aber im Mittelteil. Dort erzeugen sie eine schon fast unangenehme Atmosphäre. Die Erregung ist spürbar, aber noch nicht hörbar. Schließlich wird dieser Mittelteil aber durch Shouts unterbrochen und der Song geht seinen gewohnten Weg. „Psychic Suicide“ erzählt die Geschichte eines Unbekannten, der in Liebe nichts als Leid und Verderben sieht, oder eben psychischen Selbstmord. Auch dieser Wehmut wird wieder sehr gut in Musik umgesetzt. Wieder prügelt sich John Bengtsson durch diesen Song, die zwei Frontshouter verschaffen die nötige Abwechslung.

„Double Agent 616“ stellt sich der ewigen Frage: „Ist nun 666 oder 616 die Zahl des Teufels?“. Der Track beginnt sehr synthetisch und geht dann in ein für „Only Inhuman“ unspektakuläres Intro über. Immer wieder wechseln sich die Instrumente, sprich E-Gitarre und Schlagzeug, als Hauptinstrument ab. Einmal ist nur das Schlagzeug zu hören, das andere Mal nur die Gitarren, im Refrain fügen sich sie sich zu einem Ganzen zusammen. Auch die synthetischen Töne vom Intro werden noch einmal wieder belebt. Nach diesen vier Hammernummern ächzt der Hörer nach einer kurzen Pause, die er mit „Enclave“ auch erhält. Der Song beginnt sehr langsam und das Sextett setzt fast gänzlich auf die Stimme von Roland Johansson, die im Chorus von Richard Sjunnessons Stimmbändern unterstützt wird. Neben den typischen Instrumenten ist auch ein Piano zu hören, das sich super in die Musikcollage einfügt. Eines der Highlights auf dieser Platte.

Der folgende Track „Denied“ fährt jedoch wieder die alten Geschütze auf. Abwechselnd singen bzw. shouten sich Richard Sjunnesson und Roland Johansson durch diesen Song. Wieder baut sich in den Strophen eine unangenehme Atmosphäre auf, die sich im Chorus entlädt. „Denied“ ähnelt in seinem Aufbau „Double Agent 616“, ist aber deswegen nicht minder schlecht und kann genauso überzeugen. Track Nummer 7 „Callous“ beginnt schleppend, zieht das Tempo dann aber an. Um sich nicht zu wiederholen, setzen die Schweden auf schnelle Strophen mit gewaltigem Sound und auf einen langsameren Refrain, der von der Stimmenvielfalt der Frontmänner profitiert. Musikalisch bietet der Track nicht wirklich viel Neues. Der Titeltrack „Only Inhuman“ beginnt leicht mystisch, geht dann aber in das beste Intro des Albums über. Der Song sticht vor allem durch sein Stakkato-Riffing heraus. John Bengtsson liefert wieder solide Leistung am Schlagzeug, aber auch die E-Gitarren und der Bass machen ihre Arbeit sehr gut. Gegen Schluss scheint es so, dass die cleane Stimme Roland Johanssons und die Shouts von Richard Sjunnesson zu einer sehr ausdrucksstarken Stimme verschmelzen. Wirklich gelungener Song.

Doch auf dieses Highlight folgt auch schon der schlechteste Song des Albums. Das t.A.T.u.-Cover „All About Us“ kann leider überhaupt nicht überzeugen. Die Shouts scheinen deplaziert und auch der cleane Gesang mag nicht so richtig passen. Doch nach nicht mal drei Minuten folgt schon der nächste Hammertrack „Unknown Entity“. Dieser verbindet wieder wunderbar Todesmetall mit Melodie. Sonst hört man Altvertrautes. Der letzte Track „Flashback“ ist eine Mischung aus den vorgegangenen Songs, kann aber keinen so wirklich übertrumpfen. Als letzter Track leider ein wenig fehl am Platz. Wer Besitzer der Limited Edition ist, darf sich außerdem noch auf den Bonustrack „Freelancer“ freuen, der es nicht mehr aufs Debüt „Eden Fire“ geschafft hat.

Die Jungs und das Mädel von SONIC SYNDICATE haben mit „Only Inhuman“ eine wirklich gute Scheibe abgeliefert. Dass die Band stark von In Flames und Soilwork beeinflusst ist, ist wohl kaum zu überhören. Leider bieten SONIC SYNDICATE nicht wirklich viel Neues, bringen aber frischen Wind ins so genannte „tote“ Genre. Ebenfalls stellen sich Roger und Robin Sjunnesson als absolute Profis an den Gitarren dar. Die Songs sind alle, mit einer kleinen Ausnahme („All About Us“), wirklich super gelungen. Beim nächsten Mal wünsche ich mir noch ein wenig mehr Experimentierfreude und Drang zum Unerwarteten. Ansonsten ist den Schweden mit „Only Inhuman“ eine wahre Offenbarung gelungen, die jeder Fan von In Flames und Co. in der CD-Sammlung haben sollte. Weiter so!

Redakteur: Michael Burger

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: