Review Stabbing – Eon Of Obscenity

Mit „Eon Of Obscenity“ legt die texanische Brutal-Death-Metal-Formation STABBING ihr zweites Studioalbum vor und bestätigt eindrucksvoll den starken Eindruck, den bereits das Debüt „Extirpated Mortal Process“ (2022) hinterlassen hat. Die Band aus Houston steht exemplarisch für die derzeit äußerst vitale Extreme-Metal-Szene in Texas – und zeigt auf ihrem neuen Werk, wie kompromisslos und zugleich präzise moderner Brutal Death Metal klingen kann.

Bereits der Opener „Rotting Eternal“ bricht mit rasenden Blastbeats, schweren Grooves und messerscharfen Gitarrenriffs über den Hörer herein. Songs wie die erste Single „Inhuman Torture Chamber“ demonstrieren dabei erneut die Fähigkeiten der Band: kompakte Spielzeiten, enorme Energie und ein Riffing, das gleichermaßen brutal wie präzise wirkt. Der Titeltrack von „Eon Of Obscenity“ schlägt eine leicht traditionellere Death-Metal-Richtung ein, ohne dabei an Durchschlagskraft zu verlieren, und erinnert stellenweise an die moderne Phase von CANNIBAL CORPSE.

STABBING orientieren sich bewusst an den Klassikern des Genres. Gruppen wie DISGORGE oder DEEDS OF FLESH dienten der Band bereits bei ihrer Gründung als wichtige Inspirationsquellen – ein Einfluss, der sich auch auf diesem Album deutlich bemerkbar macht. Gleichzeitig wirkt das Material keineswegs nostalgisch, sondern transportiert die typische Brutal-Death-Metal-Ästhetik mit zeitgemäßer Wucht und Präzision in die Gegenwart. Dass das bisweilen mit einer gewissen Gleichförmigkeit der Musik einhergeht, lässt sich dabei jedoch nicht leugnen.

Ein wesentlicher Faktor für die Intensität der Platte ist die Performance der einzelnen Musiker. Gitarrist Marvin Ruiz, der unter anderem durch seine Arbeit bei DEVOURMENT bekannt ist, liefert ein beeindruckendes Arsenal aus Slam-Riffs, technischen Läufen und kreischenden Pinch-Harmonics. Bassist Matt Day sorgt für ein druckvolles Fundament, während Schlagzeuger Alex Hetsko – ebenfalls aktiv bei ENTERPRISE EARTH – die Songs mit unbändiger Energie antreibt.

Besondere Aufmerksamkeit verdient auch Sängerin Bridget Lynch. Nachdem sie mit ihrer Leistung auf dem Vorgänger nicht vollständig zufrieden war, arbeitete sie gezielt an ihrer Technik – und präsentiert nun eine noch beeindruckendere Bandbreite an tiefen, gurgelnden Growls. Gleichzeitig zählt sie zu einer wachsenden Zahl von Frauen, die sich in der extremen Metal-Szene einen festen Platz erarbeiten, und setzt damit ein wichtiges Signal für Nachwuchsmusikerinnen.

Die elf Tracks auf „Eon Of Obscenity“ lassen kaum Luft zum Atmen. Das Album hält den Druck konstant hoch und verbindet brutale Direktheit mit präzisem Songwriting. Das Ergebnis ist eine Veröffentlichung, die sich mühelos als früher Kandidat für eines der stärksten Brutal-Death-Metal-Alben des Jahres empfehlen kann. Für Fans des Genres ist dieses Werk Pflichtprogramm.

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Wertung: 8 / 10

Christoph Emmrich

Publiziert am von

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