CD-Review: Stallion - From The Dead

Besetzung

Pauly – Gesang
Äxxl – Gitarre
Oli – Gitarre
Niki – Bass
Aaron - Schlagzeug

Tracklist

01. Underground Society
02. Down And Out
03. Hold The Line
04. Waiting For A Sign
05. From The Dead
06. Kill Fascists
07. Lord Of The Trenches
08. Blackbox
09. Step Aside
10. Awaken The Night


STALLION? STALLION? Da war doch mal was. Achja, Bill und Ted und Ihre Band Wyld Stallyns. Tatsächlich haben der Film und die Jungs aus Baden-Württemberg eines gemein, nämlich den (potenziellen) Kultstatus. Bereits mit „Rise And Ride“ hat das Quintett mächtig Staub aufgewirbelt und nun muss sich zeigen, ob man mit „From The Dead“ dort anknüpfen kann.

Die Eröffnung durch „Underground Society“ ist auf jeden Fall sehr vielversprechend und ohne Umschweife feuern STALLION dem Hörer satte Riffs um die Ohren, welche sich in einer Schnittmenge aus Heavy- Speed- und Thrash Metal bewegen. Der extrem eingängige Refrain tut sein Übriges, um den Einstieg in das Album vollends abzurunden. Aber nicht nur der Opener funktioniert nach diesem Prinzip, sondern grundsätzlich scheinen STALLION sehr viel Wert auf ihre eigene Interpretation des Begriffs Heavy Metal zu legen. Egal, ob pfeilschnell, melodisch oder satt groovend, die fünf Jungs verstehen es für Abwechslung zu sorgen. Natürlich heißt dies nicht, dass hier das Rad neu erfunden wurde, aber man bewegt sich eben innerhalb von sehr weitgefächerten Grenzen.

„Hold The Line“ ist beispielsweise ein deutlich groovigerer Song und wird vor allem durch großartiges Schlagzeugspiel und eine sehr eingängige Bassline getragen, während „Waiting For A Sign“ mit seiner lässigen Attitüde und dem lockeren Riffing fast schon an Mötley Crüe und die kalifornische Glam-Szene erinnert. Zwar weniger ein musikalisches Highlight, aber auf jeden Fall ein Ausrufezeichen auf „From The Dead“ stellt das kurze „Kill Fascists“ dar, weil die Nummer ziemlich deutlich macht, dass Stallion eine klare politische Meinung haben und diese auch nicht verheimlichen.

Nach diesem Zwischenspiel machen STALLION dann da weiter, wo sie aufgehört haben und präsentieren mit Songs wie „Lord Of The Trenches“ „Blackbox“ oder „Step Aside“ weiterhin Heavy Metal vom allerfeinsten. Besonders das rockige „Blackbox“ macht nochmals richtig Spaß und versetzt den Hörer in eine Position zwischen Motörhead, The Wild und Accept. Das abschließende „Awaken The Night“ fast letztendlich das gesamte Album nochmals zusammen und überzeugt durch melodische Zwischenspiele genauso wie durch messerscharfe Riffs.

Am Ende der gut 44 Minuten Spielzeit bleibt festzuhalten, dass man sich keine Sorgen um den deutschen Heavy Metal machen muss und das Accept definitiv nicht die einzige Band ist, die es noch versteht auch mal eine härtere Gangart einzulegen. STALLION machen ihrem Namen alle Ehre und galoppieren fröhlich in Richtung Spitze, um sich dazuzugesellen. Dabei ist es nicht allein die Gitarrenarbeit, die hier den Ausschlag gibt, sondern vor allem sorgt Sänger Pauly mit seiner kräftigen, hohen Stimme für richtig Feuer unter dem Dach. Jede Strophe wird mit völliger Inbrunst gesungen und geht dank der hohen Intensität sofort ins Ohr, wo sie sich bei jedem weiteren Hören immer tiefer festsetzt.

Das abschließende Fazit lautet daher ganz klar: Kultstatus dürften STALLION auf jeden Fall erreichen, wenn sie so weitermachen: „From The Dead“ gehört in jedem Fall zu den Heavy-Metal-Alben des Jahres.

Bewertung: 8 / 10

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