CD-Review: Stallion - Rise And Ride

Besetzung

Pauly – Gesang
Äxl – Gitarre
Oli G. – Girarre
Niki "Schnicki" – Bass
Aaron – Schlagzeug

Tracklist

01. Rise And Ride
02. Wild Stallions
03. Streets Of Sin
04. Stigmatized
05. Canadian Steele
06. Bill To Pay
07. Watch Out
08. The Right One
09. The Devil Never Sleeps
10. Wooden Horse


Ach ja, es kommt wieder in Mode, Old School Heavy Metal zu spielen. Nach längerer Durststrecke gibt es eine regelrechte Faszination für diese Art von Musik, die ihren Heroen aus den 80ern huldigt und die man zurzeit an erstaunlich vielen Orten wieder hören kann. Alpha Tiger oder Striker gehören hier in die vordere Reihe, um nur ein paar bekanntere Vertreter zu nennen, die auch schon größere Labelverträge ergattern konnten. STALLION aus Deutschland hingegen sind neu dabei. Sie veröffentlichen nun über das kleine, aber feine Label High Roller Records ihr Debüt „Rise And Ride“. Nun bleibt noch die Frage, ob jede Band, die mit diesem Stil einen Labelvertrag kriegt, ihn auch wert ist.

Zuerst aber: Was erwartet den Hörer auf „Rise And Ride“? STALLION spielen klassischen Heavy Metal mit einer ordentlichen Portion Speed und einer Prise Thrash-Riffs. Der Sound wird entsprechend von den stark verzerrten Gitarren und der konstant hohen Stimme von Sänger Pauly dominiert. Die Rhythmus-Fraktion hat dagegen in der eher höhenlastigen Produktion etwas an Wumms verloren, aber das ist bei dieser Art von Musik nicht selten ein gezielter Effekt und kein Zeichen von Unvermögen. In diesem Stil haben die Jungs zehn Songs aufgenommen, die alle zwischen vier und fünf Minuten lang sind. Zwei davon mag der eine oder die andere vom allerersten Lebenszeichen der Band, der EP „Mounting The World“, wiedererkennen, aber das ist weder verwerflich noch problematisch, zumal die Tracks neu eingespielt wurden. Besonders „Canadian Steele“ sticht dabei als Blaupause hervor – diesen Song anzuhören hilft, wenn man den Stil der Band kennenlernen will.

Als Referenzband muss man sicherlich Savage Grace nennen. Stellenweise erinnert der Sound in seiner Rohheit aber auch an W.A.S.P. oder mit seinen Backgroundchören an Accept („Rise And Ride“, „The Right One“). Bei alledem ist es STALLION allerdings gelungen, eine eigene Kombination zu kreieren, die nicht wie ein Abklatsch klingt. Songs wie „Streets Of Sin“ oder das etwas langsamere „The Devil Never Sleeps“ wissen neben dem schon erwähnten Titeltrack oder der Bandhymne „Canadian Steele“ zu überzeugen. Leider befindet sich Treffern aber auch einiges an Material auf „Rise And Ride“, das sehr indifferent klingt, sodass neben dem beschriebenen Grundklang nur wenig von den anderen Titeln hängen bleibt. Kurz: STALLION machen vieles richtig, aber nichts besonders eigenständig.

Das ist freilich kein Problem, das nur STALLION haben. Bei nicht wenigen der neuen Bands in altem Stil kann man beobachten, dass noch ein vorsichtiges Tasten stattfindet und so manches ungedacht bleibt, um dem Urgedanken des back to the roots treu zu bleiben. Dabei muss Old School doch nicht übervorsichtig heißen! „Rise And Ride“ macht natürlich trotzdem Spaß – wenn man ohnehin schon eine Begeisterung für die Old-School-Welle mitbringt.

Bewertung: 6.5 / 10

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