CD-Review: Stille Volk - La Pèira Negra

Besetzung

Sarg - Gesang, Gitarre
Lafforgue - Gesang, Hurdy-Gurdy, Blasinstrumente
Roques - Gesang, Nyckelharpa, Steichinstrumente
Arexis - Percussion, Gong, Ächzen, Totenschädel

Tracklist

01. Dementis Maudiçon
02. Sous L’oeil De La Lune
03. L’éveil Du Spectre
04. La Pèira Negra
05. Litanie Du Pétrifié
06. Forêt Gorgone
07. Heaume De Lichen
08. En Occulz
09. Come To The Sabbath


Ein wenig ruhig geworden war es schon um die französischen Folker STILLE VOLK. Um die Jahrtausendwende legte man beinahe jährlich ein neues Album auf, doch seit 2003 gab es nur noch mit „Nueit De Sabbat“ ein Lebenszeichen und auch dies liegt schon wieder fünf Jahre zurück. Nun aber hat das Warten ein Ende, mit „La Pèira Negra“ präsentiert das Quartett acht neue Songs und gibt als kleinen Bonus eine Coverversion von Merciful Fates „Come To The Sabbath“ hinzu.

Wer sich in der Vergangenheit ein wenig mit der Band auseinander gesetzt hat, weiß um die latente Exotik, die die Musik umweht: Nicht nur ausgefallene Instrumente wie Drehleier, Bombarde und Maultrommel (nicht umsonst befinden wir uns im Folk-Bereich) stehen auf der Agenda, auch lyrisch betritt man wenig ausgelatschte Pfade. Ist Französisch im Rock / Metal schon noch ein verhältnismäßig seltener Gast, greifen STILLE VOLK auch auf Alt-Französisch, das dem südlichen Nachbarn entliehene Katalanisch und sogar auf die Minderheitensprache Okzitanisch zurück.
Damit bleibt ein gewisser Spannungsbogen aber gesichert, man könnte fast sagen, die als einzige in englischer Sprache dargebotene Coverversion fällt viel mehr aus dem Rahmen als die genannten „Sparten-Sprachen“.
STILLE VOLK sind also weiterhin eine gewisse Besonderheit in der Szene. Dies gilt unumwunden auch für die Musik, die jederzeit interessant, in Teilen fast fremd klingt. Zudem gibt es kaum Bands, mit denen man den Sound vergleichen könnte. Am ehesten kommen da noch die schon lange verblichenen Norweger Storm in den Sinn, auch wenn das mystische Trio um Sigurd Wongraven, Kari Rueslatten und Herrn Nagell definitiv mehr Metal in den eigenen Reihen vereinte.
Von Metal kann man im Falle von STILLE VOLK nur in sehr seltenen Fällen sprechen, aber das ist natürlich auch gar nicht das Ziel. Von einer Band, die sich von jeher nicht im Mindesten einschränken ließ, erwartet man es auch nicht anders, kompromisslos wird die Vision verwirklicht und die heißt: visionäre Musik auf exotischen Instrumenten dargeboten. Erstaunlicherweise ergeben sich dabei fast ausweglose Ohrwürmer, man wage (im positiven Sinne) nur einmal, „La Litanie Du Pétrifé“ anzuhören, die Nummer wird man so schnell nicht wieder los.

Wenn man sich „La Pèira Negra“ so anhört und den Backkatalog der Band im Hinterkopf Revue passieren lässt, wundert man sich ab und zu schon, dass STILLE VOLK in der Metalszene (nach wie vor) so populär sind. Hart ist die Musik selten, ja nicht einmal besonders düster, was für viele Freunde der harten Klänge immer noch ein Argument darstellt. Gerade die Streichinstrumente versprühen immer wieder eine große Portion Lebensfreude, man fühlt sich fast wie auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt. Die Unterhaltung ist jedenfalls vergleichbar gut.

Bewertung: 7.5 / 10

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